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	<title>sarrelibre.de &#187; Napoleon</title>
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	<description>Geschichte &#038; Geschichten vom Land dazwischen</description>
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		<title>7. Die vergesslichen Franzosen</title>
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		<pubDate>Mon, 29 May 2006 06:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1815-1914]]></category>
		<category><![CDATA[Napoleon]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Preußen]]></category>
		<category><![CDATA[Stichworte]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitraum]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Saarländer bekommen Zugang zur Nordsee
Die Franzosen ziehen ab und vergessen jemanden. Und die neuen Herren an der Saar scheffeln reichlich Kohle &#8230; 
Nach Napoleons Niederlage beraten 1815 die Mächtigen über die neue Landkarte Europas: Erst einigt man sich darauf, das Saarland bei Frankreich zu belassen, bei neuen Verhandlungen muss Frankreich jedoch auf die Saar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts" style="width:150px"><img id="image53" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Brandung.PICT3724.jpg" alt="Meer" /><br />
Die Saarländer bekommen Zugang zur Nordsee</div>
<p><strong>Die Franzosen ziehen ab und vergessen jemanden. Und die neuen Herren an der Saar scheffeln reichlich Kohle &#8230; </strong><span id="more-52"></span></p>
<p>Nach Napoleons Niederlage beraten 1815 die Mächtigen über die neue Landkarte Europas: Erst einigt man sich darauf, das Saarland bei Frankreich zu belassen, bei neuen Verhandlungen muss Frankreich jedoch auf die Saar verzichten und bekommt dafür das Elsass und ein saarlandloses Lothringen. Die Einwohner der jeweiligen Länder werden natürlich nicht gefragt.  Dieser »Zweite Vertrag von Paris« ist ein weiterer Schritt zum Saarland, wie wir es heute kennen: Die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich verläuft jetzt nämlich erstmals dort, wo sie auch heute (wieder) ist. </p>
<h3>Ein Dorf auf der Grenze</h3>
<p>Doch die teilweise willkürlich erscheinende neue Grenzziehung sorgt für Irritationen: Ebenso überrascht wie entsetzt sind die Einwohner des Dorfes Leidingen darüber, dass die deutsch-französische Grenze nun mitten durch ihr Dorf verläuft. Doch nach der anfänglichen Verwirrung beschließen die Leidinger einfach die Grenze zu ignorieren und an ihrem gemeinsamen Dorfalltag festzuhalten. Erst 1939 wird auf der französischen Seite eine eigene Kirche eingeweiht werden – als bewusster Akt der Distanzierung von Nazi-Deutschland.</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="100%">
<tr>
<td valign="top">
<blockquote><small>»Am hällen Dach<br />
metten of da Gass<br />
han aich de Grenz gefonn.<br />
Wat hòtt dii dòò valooa<br />
valooa?«</small></p></blockquote>
</td>
<td valign="top">
<blockquote><small>Am helllichten Tag<br />
mitten auf der Straße<br />
hab ich die Grenze<br />
gefunden.<br />
Was hatte die da<br />
verloren?</small></p></blockquote>
</td>
<td valign="top">
<blockquote><small>En plein jour<br />
au beau milieu de la route<br />
j&#8217;ai trouvé<br />
la frontière.<br />
Qu&#8217;y avait-elle<br />
perdu?<br />
<cite>Alfred Gulden</cite></small></p></blockquote>
</td>
</tr>
</table>
<p>Die Franzosen ziehen also ab und das Saarland wird aufgeteilt zwischen den beiden deutschen Staaten Preußen und Bayern – bis auf einen winzigen Teil im Norden, der nun sozusagen einen Zugang zum Meer bekommt:  Die Grafschaft »Birkenfeld« wird nämlich als Enklave dem Großherzogtum Oldenburg zugesprochen. </p>
<p>Dabei darf man sich die damaligen deutschen Staaten nicht wie die heutigen Bundesländer vorstellen: Sie waren autonome Gebilde mit Zollgrenzen, bewachten Grenzübergängen, eigener Währung und sogar eigenen Maßen und Gewichten.</p>
<h3>Ein braver Franzmann</h3>
<div class="bildrechts" style="width:180px"><img id="image51" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/lacroix.jpg" alt="Soldat Lacroix" /><br />
Als Bronzemann hält Lacroix noch immer Wache in Saarlouis <small>(Foto: Stadtarchiv Saarlouis)</small></div>
<p>Auch Sarre-Louis wird nun erstmals deutsch. Beim Abzug aus der Festung vergessen die Franzosen allerdings einen ihrer Soldaten: Als die Preußen die Stadt übernehmen wollen, schiebt er weiterhin unverzagt Wache. Der Mann, der als »der brave Soldat Lacroix« in die Geschichte  (oder besser »in die Geschichten«) eingehen sollte, wird zunächst verhört. Doch es stellt sich schnell heraus, dass Meister Lacroix weder Spion noch Saboteur ist, sondern einfach eine Kombination aus Dienstbeflissenheit und schlichtem Gemüt. </p>
<p>Die Preußen sind von der Standhaftigkeit des Mannes derart beeindruckt, dass sie ihn mit Proviant, Pfeife und Tabak ausstatten, bis zur Grenze eskortieren und seinen abgezogenen Kameraden hinterherschicken. Die Sarrelouiser küren später den braven Franzmann zu ihrem Maskottchen und setzen ihm ein Denkmal.</p>
<h3>Adieu Sarre-libre!</h3>
<p>Während im bayrischen Teil des Saarlandes viele freiheitliche Errungenschaften der französischen Revolution beibehalten werden, ist es im preußischen Teil nun vorbei mit dem Sarre-libre. </p>
<p>Für Preußen ist das Saarland sowohl eine Goldgrube als auch wichtige Ressource für die Aufrüstung zur europäischen Militärmacht. Die bereits im 18. Jahrhundert begonnene Industrialisierung wird forciert, die Landesverwaltung und die Aufsicht über die Gruben preußischen Beamten unterstellt. </p>
<p>Die gigantischen Gewinne des reichen Landes fließen nach Berlin und in die Taschen der Stahlbarone, während die saarländischen Arbeiter in Armut leben. Aufkeimende Proteste und Streiks werden von den preußischen Truppen rücksichtslos unterdrückt. </p>
<p>Zum Erstaunen der bürgerlichen Presse engagieren sich auch die saarländischen Frauen im Kampf der Bergarbeiter:</p>
<blockquote><p>»Eine ganz neue Erscheinung in dem Ausstande ist die Betheiligung der Frauen.  (&#8230;) Es sind die reinsten Furien, alte und junge Mütter reizen Gatten und Söhne zum Ausstand an und entfalten eine agitatorische Thätigkeit, die ihres Gleichen sucht&#8230; Überall im ganzen Gebiete ziehen die Frauen jedes Alters mit in die Versammlungen und höhnen und schmähen in den gemeinsten Ausdrücken die arbeitswilligen Bergleute und deren Frauen«<br />
<cite>Kölnische Zeitung</cite></p></blockquote>
<p>Viele freiheitlich gesinnte Saarländer flüchten in den bayrischen Teil des Landes. Die Bayern werden nicht so sehr als Besatzer wahrgenommen (auch wenn die wirtschaftliche Situation der Arbeiter nicht besser ist) und noch heute wird auf Volksfesten im ehemaligen bayrischen Teil des Saarlandes gelegentlich die weiß-blaue Flagge gehisst.</p>
<p><em>Lesen Sie in der nächsten Folge am 5. Juni<a href="http://www.sarrelibre.de/54/folge-8-die-saarlander-entdecken-das-bier/"> »Die Saarländer entdecken das Bier«</a></em><strong>Ähnliche Artikel:</strong>
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		<title>6. Napoleon und sein saarländischer General</title>
		<link>http://www.sarrelibre.de/49/napoleon-und-sein-saarlandischer-general/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 May 2006 05:31:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1789-1815]]></category>
		<category><![CDATA[Französische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Marschall Ney]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Handwerkersohn aus Saarlouis wird zu einem der mächtigsten Männer Frankreichs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Handwerkersohn aus Saarlouis wird zu einem der mächtigsten Männer Frankreichs &#8230;</strong><span id="more-49"></span></p>
<div class="bildrechts" style="width:150px"><img id="image48" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/ney.jpg" alt="Michel Ney" /><br />
Wohl der einzige Saarländer, der es bis zur Zinnfigur geschafft hat: Michel Ney.</div>
<p>Zwar begrüßten die Saarländer die französische Revolution, weniger begeistert waren sie allerdings über den Kriegsdienst in Napoleons Heer. Nichtsdestotrotz ging daraus eine recht schillernde Gestalt hervor: Michel Ney, Sohn eines Sarrelouiser (oder zu jener Zeit besser »Sarrelibrer«) Küfers.</p>
<p>Ney tritt in Napoleons Heer ein, macht dort eine rasante Karriere und steigt zum Top-General und »Marschall von Frankreich« auf (Vor der französischen Revolution wäre ein solcher Posten für einen Handwerkersohn undenkbar gewesen!). Mehr als einmal riskiert Ney Kopf und Kragen für Napoleon und wird dafür von seinem Chef zum »brave des braves« (»der Tapferste der Tapferen«) erklärt.</p>
<p>Als Ney jedoch den Wahnsinn von Napoleons Angriffskriegen erkennt, versucht er zunächst seinen Chef davon abzuhalten und stürzt sich schließlich dann doch voller Elan als »brave des braves« in genau den Russlandfeldzug, den er eigentlich versucht hat zu verhindern.</p>
<p>Später gelingt es ihm, Napoleon vom Marsch auf Paris abzuhalten und so einen Bürgerkrieg zu verhindern. Nach Napoleons Rückkehr aus dem Exil stellt er sich jedoch wieder auf dessen Seite und kämpft wie ein Besessener in der Schlacht von Waterloo, obwohl ihm klar ist, dass es da nichts mehr zu reißen gibt.</p>
<p>1815 wird Michel Ney nach einem Schauprozess wegen »Verrats an der französischen Nation« erschossen &#8230;<br />
&#8230; zumindest scheint es so. Nach dem angeblichen Tod von Ney taucht nämlich im amerikanischen Carolina ein gewisser »Peter Stewart Ney« auf, der relativ unauffällig als Lehrer wirkt – bis auf die Tatsache, dass er gerne mal einen über den Durst trinkt und dann von seinen angeblichen militärischen Heldentaten in den napoleonischen Kriegen prahlt.<br />
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen &#8230;</p>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image50" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/neygrab.jpg" alt="Grab von Michel Ney?" /><br />
Liegt hier in Cleveland/North Carolina tatsächlich Michel Ney begraben?</div>
<p><a href="http://www.memotransfront.uni-saarland.de/htm/3x55.htm">Mehr über Michel Ney »»</a><br />
<a href="http://library.davidson.edu/archives/ency/ney.asp">Mehr über den geheimnisvollen Peter Stewart Ney (Englisch) »»</a></p>
<p><em>Lesen Sie in der nächsten Folge am 29. Mai: <a href="http://www.sarrelibre.de/52/folge-7-die-vergesslichen-franzosen/">»Die vergesslichen Franzosen«</a></em><strong>Ähnliche Artikel:</strong>
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