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	<title>sarrelibre.de &#187; Lothringen</title>
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	<description>Geschichte &#038; Geschichten vom Land dazwischen</description>
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		<title>19. Wie die Saarländer zu den Pfälzern der Lothringer wurden</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 09:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1935-1945]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Bürckel]]></category>
		<category><![CDATA[Lothringen]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitraum]]></category>

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		<description><![CDATA[
Hitler-Begeisterung der Lothringer Jugend: davon kann Gauleiter Bürckel nur träumen
Nach dem Sieg über Frankreich im Sommer 1940 wird der deutschsprachige Teil Lothringens  an den Gau »Saarpfalz« und damit an Deutschland angeschlossen – wieder ein grandioser Machtzugewinn für Gauleiter Bürckel, der ganz klein als Chef der bäuerlich geprägten Pfalz begann und nun, mit dem Saarland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts" style="width:175px"><img id="image111" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Lothringens-jugend.jpg" alt="Lothringens Jugend bekennt sich zu Adolf Hitler" /><br />
Hitler-Begeisterung der Lothringer Jugend: davon kann Gauleiter Bürckel nur träumen</div>
<p><strong>Nach dem Sieg über Frankreich im Sommer 1940 wird der deutschsprachige Teil Lothringens  an den Gau »Saarpfalz« und damit an Deutschland angeschlossen – wieder ein grandioser Machtzugewinn für Gauleiter Bürckel, der ganz klein als Chef der bäuerlich geprägten Pfalz begann und nun, mit dem Saarland und Lothringen, über eines der wichtigsten Industriegebiete Mitteleuropas herrscht. </strong> <span id="more-110"></span></p>
<p>Ähnlich wie vorher im Saarland werden auch in Lothringen die Verwaltungsstellen und Bürgermeisterposten mit Pfälzern – nun aber zum Teil auch mit Saarländern –  besetzt (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/93/15-wie-adolf-hitler-fur-die-erfindung-des-pfalzerwitzes-sorgte/">Folge 15 »Wie Adolf Hitler für die Erfindung des Pfälzerwitzes sorgte.«</a>). Und klar, dass auch hier die französischen Ortsnamen verschwinden und durch zum Teil freie Erfindungen der Nazis ersetzt werden. Die »Germanisierung« Lothringens macht sogar vor  einem Verkaufsverbot von Baskenmützen nicht halt. Offizielle Hauptstadt des,  neuerdings »Westmark« genannten, Saar-Pfalz-Lothringen-Gaus wird Saarbrücken. Tatsächlich lenkt Bürckel die Geschicke der Region aber weiterhin von seinem Heimatort, dem pfälzischen Neustadt, aus.</p>
<p>Die meisten Lothringer verweigern demonstrativ die Zusammenarbeit mit den Nazis. Menschen, die vorher nur deutsch gesprochen haben, fangen an Französisch zu parlieren oder sitzen neuerdings über Sprachlehrbüchern. Bei einer Prozession zu Mariä Himmelfahrt  legen die Metzer Bürger Blumengebinde in den Farben Frankreichs nieder. Tausende Lothringer verlassen ihre Heimat und suchen in Frankreich ein neues Unterkommen. Und wer noch nicht freiwillig gegangen ist, der wird gegangen: Nicht weniger als 84.000 Lothringer, die entweder französische Muttersprachler sind oder sonst den Nazis nicht in den Kram passen, werden zwangsumgesiedelt. Das Eigentum der Geflüchteten und Deportierten wird beschlagnahmt und deutschen Siedlern zur Verfügung gestellt. Dass das Verhältnis der alteingesessenen Lothringer zu den Neuankömmlingen eher unterkühlt bleibt, ist wenig verwunderlich.</p>
<p>Immer wieder kommt es zu Reibereien zwischen Lothringer und saarländischen Bergleuten, die nach wie vor zusammen in den Gruben arbeiten. Noch zwei Jahre zuvor unterstützten die Lothringer ihre saarländischen Kollegen bei der Grenzgängerrevolte (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/97/16-die-saarlander-revoltieren-aber-nur-ein-bisschen/">Folge 16 » Die Saarländer revoltieren. Aber nur ein bisschen &#8230;«</a>). Doch nun sind sie auf ihre saarländischen Nachbarn nicht mehr gut zu sprechen. Die Saar-Bergleute werden beschimpft, teilweise kommt es zu Prügeleien. Das seit Jahrhunderten bestehende nachbarschaftliche Verhältnis ist vergiftet. Die Saarländer werden praktisch zu den Pfälzern der Lothringer &#8230;<br />
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		<title>3. Der Sonnenkönig an der Saar</title>
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		<pubDate>Mon, 01 May 2006 09:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1643-1715]]></category>
		<category><![CDATA[Lotharingien]]></category>
		<category><![CDATA[Lothringen]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig XIV]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Saarlouis]]></category>
		<category><![CDATA[Stichworte]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Franzosen kommen! Und der Sonnenkönig spendiert den Saarländern eine neue Stadt  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Saarländer erfinden den Roman. Und der Sonnenkönig spendiert den Saarländern eine neue Stadt &#8230;</strong><span id="more-34"></span></p>
<p>Das nun deutsche Lotharingien verliert jetzt auch noch seine Nordteile (die Niederlande). Der übrig gebliebene Rest heißt nun einfach kurz »Lothringen«. In dieser Form übersteht das Land mitsamt der Saar relativ friedlich das Mittelalter. </p>
<p>Im 15. Jahrhundert erfinden die Saarländer gar den deutschen Roman – oder genauer gesagt: eine Saarländerin. Elisabeth von Lothringen schreibt um 1437 deutsche Fassungen von französischen Ritterromanen. Bis dahin gab es nämlich nur Gedichte und Lieder auf deutsch, aber keine Prosa. Nebenbei ist die rührige Elisabeth auch noch Oberhaupt der Grafschaft Saarbrücken, nachdem ihr Mann 1429 das Zeitliche gesegnet hat. Ihr Grabmal kann man in der Saarbrücker Stiftskirche St. Arnual besichtigen.</p>
<h3> Die Franzosen kommen!</h3>
<p>Im 17. Jahrhundert ist jedoch das ruhige Leben der Saarländer vorbei: Es kommt immer wieder zu Zu- und Übergriffen Frankreichs auf das »Land dazwischen«.  Im dreißigjährigen Krieg werden zum ersten Mal Teile des Saarlandes von Frankreich annektiert. Im sogenannten »Reunionskrieg« versucht der französische König mit juristischen Tricks oder – wo das nicht funktioniert – mit Waffengewalt das ehemalige Lotharingien mit Frankreich &#8220;wiederzuvereinen&#8221; und fackelt dabei Saarbrücken bis auf 8 Häuser ab.</p>
<div class="bildrechts" style="width:150px"><img id="image32" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Saarlouis-1693-klein.jpg" alt="Plan von Saarlouis" /><br />
Ein echtes Juwel, die neue Stadt. Auch Chef-Architekt Vauban zeigt sich zufrieden mit seinem Werk: »Einer der schönsten und angenehmsten Orte im Königreich!«<br />
<img id="image30" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Saarlouis-stadtwappen.gif" alt="Saarlouis Wappen" /><br />
Saarlouiser Wappen:<br />
»Dissipat Atque Fovet – (Die Sonne) zerstreut und erwärmt«<br />
<img id="image29" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Saarlouisfu%C3%9Fizone.jpg" alt="Saarlouis heute" /><br />
So sieht’s in der einst schönsten Stadt Frankreichs heute aus. Immerhin legt sie Zeugnis ab von einem friedlicheren Europa: Die Festungsanlagen sind nun Kneipen. <small>(Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Saarlouisfu%C3%9Fizone.jpg">wikipedia</a>)</small></div>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image33" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Lothringen-Mittelalter.jpg" alt="Lothringen" /><br />
Friedliche Zeiten: die Saarländer als Lothringer</div>
<p>Aber auch in Zeiten in denen das Saarland ganz oder teilweise zu Frankreich gehört, sprechen seine Bewohner nicht Französisch, sondern immer noch – genau wie ihre umliegenden Nachbarn im angrenzenden Frankreich, in Luxemburg, an der Mosel oder in der Pfalz – die fränkischen Dialekte; später dann auch Hochdeutsch (zumindest versuchen sie es). </p>
<p>Dies ändert sich zunächst als der französische König Ludwig XIV – auch bekannt als Louis Quatorze, der Sonnenkönig – seine Grenze mittels einer Festung sichern will. Tausende von französischen Soldaten und Handwerkern aus dem Landesinnern errichten 1680 die Festungsstadt Sarre-Louis (Saarlouis) und werden dort oder in den eigens gegründeten neuen Siedlungen in der Umgebung sesshaft. Die Einwanderer assimilieren sich jedoch schnell und heute zeugen nur noch diverse französische Familien- und Ortsnamen sowie natürlich die Stadt Saarlouis selbst vom Zuzug der »französischen Franzosen«. Das Stadtwappen von Saarlouis ziert allerdings nach wie vor eine Sonne – das Zeichen des Sonnenkönigs.</p>
<p>In dieser Zeit tritt das Saarland auch erstmals namentlich in Erscheinung und zwar als französische Provinz »Sarre« mit der Hauptstadt Sarre-Louis. Der Sonnenkönig lässt es sich dabei übrigens nicht nehmen, zur Einweihung der neuen Stadt, persönlich an die Saar zu reisen.</p>
<div class="bildbeschreibung" style="clear:both"><img id="image31" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/festungsmodell01_400x278.jpg" alt="Saarlouis" />
<p>Sarre Louis: Städtebau vom Reißbrett <small>(Foto: Stadtarchiv Saarlouis)</small></p>
</div>
<p><em>Lesen Sie in der nächsten Folge, am 6. Mai: <a href="http://www.sarrelibre.de/42/folge-4-eine-weise-stadt/">»Eine weiße Stadt«</a></em><strong>Ähnliche Artikel:</strong>
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		<title>2. Ein Land dazwischen</title>
		<link>http://www.sarrelibre.de/22/folge-2-ein-land-dazwischen/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Apr 2006 07:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lotharingien]]></category>
		<category><![CDATA[Lothringen]]></category>
		<category><![CDATA[Stichworte]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitraum]]></category>
		<category><![CDATA[ 500-925]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Saarland wird Teil eines seltsamen Landes dazwischen. Und ein Zankapfel wird geboren &#8230;
 Das ist er: Lothar I. Namensgeber und Herrscher vom Land dazwischen
Nach dem Zerfall des römischen Imperiums um etwa 500 nach Christus, erobern die germanischen Franken unter anderem auch das Saarland und gründen das mächtige, sich über ganz Mitteleuropa erstreckende, Frankenreich (recht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Saarland wird Teil eines seltsamen Landes dazwischen. Und ein Zankapfel wird geboren &#8230;</strong><span id="more-22"></span></p>
<div class="bildrechts"><img id="image28" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Lothar_I.jpg" alt="Lothar I." /><br /> Das ist er: Lothar I. <br />Namensgeber und Herrscher<br /> vom Land dazwischen</div>
<p>Nach dem Zerfall des römischen Imperiums um etwa 500 nach Christus, erobern die germanischen Franken unter anderem auch das Saarland und gründen das mächtige, sich über ganz Mitteleuropa erstreckende, Frankenreich (recht bekannt wird der Frankenkönig »Karl der Große«). Bereits die Franken beginnen im Saarland Steinkohle abzubauen und Eisen zu gewinnen. Die gallorömischen Saarländer erweisen sich wieder einmal als flexibel und lernen fleißig fränkisch. 70 km weiter westlich passiert das Umgekehrte: da lernen die Franken Gallorömisch (die Sprache, die später unter dem Namen »Französisch« eine gewisse Berühmtheit erlangen sollte). </p>
<p>843 wird auch das Frankenreich in drei Teile geteilt: das Westfrankenreich (später dann kurz »Frankreich« genannt), das Ostfrankenreich (später besser bekannt unter dem Namen »Deutschland«) und ein seltsames Land dazwischen, das in einem schmalen Streifen von der Nordsee bis Italien durch ganz Europa geht, genannt »Lotharingien«, das »Reich Lothars« – und das Saarland natürlich mittendrin.  Lothars Reich sieht zwar in seiner Länglichkeit etwas seltsam aus, umfasst jedoch die Top-Metropolen des Frankrenreichs, wie Aachen, Metz, Trier, Worms, Diedenhofen oder Ingelheim.</p>
<h3> Ein Zankapfel wird geboren</h3>
<div class="bildrechts"><img id="image24" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/saarland-wappen.gif" alt="Wappen des Saarlandes" /><br />Das aktuelle Saarland-<br />Wappen. Links-unten:<br />das Zeichen Lothringens</div>
<p>Zunächst kommen Lotharingien die Südteile (Burgund und Italien) abhanden. Das übrig gebliebene Kernlothringen wird zum Zankapfel zwischen den West- und Ost-Franken, also Frankreich und Deutschland. Nach einigem kriegerischem Gezerre kommt Lotharingien 925 schließlich zu Deutschland und bleibt da erst mal ein paar Jahrhunderte. </p>
<p>1000 Jahre später sollte dieses Ereignis gerne als der Anlass genommen werden, warum die Saarländer sich so deutsch fühlen. Komischerweise hat das bei seinen lotharingischen Nachbarn im (heutigen) Luxemburg, Belgien oder Frankreich nicht so recht geklappt mit dem deutschfühlen &#8230; </p>
<p>Heute noch erinnert der Name der französischen Region Lothringen (Lorraine) sowie das Zeichen Lothringens im aktuellen Wappen des Saarlandes an das »Land dazwischen« – und vielleicht auch ein wenig die Mentalität der Leute in der Region auf der Grenze &#8230;</p>
<blockquote><p>»Gallien zählt uns zu den Bewohnern seiner abgelegensten Gebiete, Germanien zu seinen nächsten Angehörigen. Was uns betrifft, so sind wir weder das eine noch das andere, sondern beides zugleich.«<br />
(Die Domherren zu Lüttich) </p></blockquote>
<p><em>Übrigens, Lotharingien lebt: unter dem Namen <a href="http://www.grande-region.net/de/index.html">»Großregion«</a> bezieht man sich wieder auf die <a href="http://www.grande-region.net/de/grande_region/index_history.html">gemeinsame Geschichte. »»</a></em></p>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image21" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Lotharingien.gif" alt="Das Frankenreich um 855" /><br />Das Frankenreich um 855</div>
<p><em>Lesen Sie in der nächsten Folge am 2. Mai: <a href="http://www.sarrelibre.de/34/folge-3-der-sonnenkonig-an-der-saar/">»Der Sonnenkönig an der Saar«</a></em><strong>Ähnliche Artikel:</strong>
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