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	<title>sarrelibre.de &#187; Nationalsozialismus</title>
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	<description>Geschichte &#038; Geschichten vom Land dazwischen</description>
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		<title>20. Hermann Röchling: Ehre, wem Ehre nicht gebührt</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2007 18:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[1945-1957]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Röchling]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Er schickte Tausende in Sklaverei und Tod. Dennoch wird ihm nach dem Krieg eine einmalige Ehre zuteil &#8230;

Hermann Röchling, wie er sich am liebsten sah: Der nette Großindustrielle von nebenan im Kreise der dankbaren Arbeiterfamilien.
Hermann Röchling, den Chef des Völklinger Stahlwerks, haben wir schon in einer früheren Folge kennen gelernt: Er kämpfte als Kopf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er schickte Tausende in Sklaverei und Tod. Dennoch wird ihm nach dem Krieg eine einmalige Ehre zuteil &#8230;</strong><span id="more-114"></span></p>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image112" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Hermann-Roechling.jpg" alt="Hermann Röchling" /><br />
Hermann Röchling, wie er sich am liebsten sah: Der nette Großindustrielle von nebenan im Kreise der dankbaren Arbeiterfamilien.</div>
<p>Hermann Röchling, den Chef des Völklinger Stahlwerks, haben wir schon in einer früheren Folge kennen gelernt: Er kämpfte als Kopf der »Deutsch-Saarländischen Volkspartei« für den Anschluss des Saarlandes an das Reich (vgl.: <a href="http://www.sarrelibre.de/70/11-heim-ins-reich-–-nur-nicht-gleich/">»11. Heim ins Reich – Nur nicht gleich!«</a>). </p>
<h3>Tipps für Hitler</h3>
<p>Direkt nach der Wiedervereinigung tritt er in die nationalsozialistische Partei ein und unterstützt als »Wehrwirtschaftsführer« und später »Oberster Beauftragter für Eisen und Stahl in den besetzten Gebieten« Hitler bei seinen Eroberungsfeldzügen. Für beide die ideale Symbiose: Hitler braucht Unmengen von Waffen – Hermann Röchling kann sie ihm verkaufen. Plus: Hitler kann Röchling die – seit dem Anschluss verbaute – Möglichkeit verschaffen, wieder günstig an französisches Eisenerz zu kommen. Röchling gibt Hitler daher Tipps, welche Gebiete mit Eisenerzvorkommen und Stahlindustrie am besten dem Reich anzuschließen seien. Außerdem ermuntert er Hitler, endlich die Sowjetunion zu überfallen. Bereits 1936 drängelt er:</p>
<blockquote><p>»Im Osten steht Russland mit seiner kommunistischen Staatsauffassung und der Gottlosenlehre im schärfsten Gegensatz zum nationalsozialistischen Deutschland, das ihm den Weg zur Weltrevolution versperrt. [...] Es ist nicht zu sehen, worin die  Möglichkeit bestehen sollte, den Entscheidungskampf zwischen Bolschewismus und Nationalsozialismus zu vermeiden.«</p></blockquote>
<h3>Der typisch saarländische Stahl-Patriarch</h3>
<p>Röchlings Ingenieure erfinden fleißig neue Waffen für Hitler. Die betonbrechende »Röchling-Granate« und die von Röchling liebevoll »Fleißiges Lieschen« genannte Langstreckenkanone V3 verbreiten in ganz Europa Terror und Tod. Für seine Untergebenen gibt Hermann Röchling den typisch saarländischen Stahl-Patriarchen, der mit gestrenger Hand gewerkschaftliche oder gar frankophile Umtriebe unterbindet und gleichzeitig mit sozialen Einrichtungen  und günstigen Bau-Krediten seinen Arbeitern ein väterlicher Fürsorger ist.</p>
<h3>Sklaven auf Antrag</h3>
<p>Als während des Krieges in den Stahlwerken Arbeitskräftemangel herrscht, hat Hermann Röchling wieder eine Idee: Kriegsgefangene aus Osteuropa sollen die an der Front befindlichen Stahlarbeiter ersetzen. Zehntausende Arbeitssklaven aus der Sowjetunion und anderen Ländern werden in Güterzügen ins Saarland verfrachtet und schuften in Hütten und Gruben. Doch nicht nur die Industrieanlagen profitierten von der billigen Arbeitskraft: auch saarländische Handwerksbetriebe können auf schriftlichen Antrag einen Sklaven zugeteilt bekommen.</p>
<p>Da sich die Motivation der neuen Arbeiter verständlicherweise in Grenzen hält, lässt Röchling in Köllerbach ein Straflager für »widerspenstige Fremdarbeiter« errichten. Hier werden Arbeiter,  die nicht spuren, schikaniert und misshandelt. Den Tod zahlloser Sklaven nimmt Röchling dabei billigend in Kauf.</p>
<h3>Keine Reue</h3>
<div class="bildrechts" style="width:200px"><img id="image115" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/zwei-grosse-maenner.gif" alt="Image-Broschüre" /><br />
In der <del>Propag</del>  &#8230; Informations-Broschüre der Firma Röchling <a href="http://www.roechling.de/_FILES/Publikation/files/370_35_Mitarbeitermagazin_2002.pdf">(PDF der Broschüre)</a> wird Hermann Röchling noch immer als »großer Mann« gepriesen, der bedauerlicherweise »von einem französischen Militärgericht als Kriegsverbrecher angeklagt« wird – nicht etwa, weil er zehntausende versklavt hat, sondern »wegen seiner politischen Nähe zum Hitler-Regime«.</div>
<p> Nach der Besetzung des Saarlandes durch Amerikaner und Franzosen im Jahr 1945 hält es Hermann Röchling für angebracht unterzutauchen. Nach anderthalb Jahren im Untergrund wird er schließlich von den Franzosen aufgestöbert und vor Gericht gestellt. Hermann Röchling bereut im Grunde nichts, höchstens dass man vielleicht hie und da ein wenig über die Stränge geschlagen habe. Er  wird wegen »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. </p>
<p>Hiermit könnte die traurige Geschichte von Hermann Röchling zu Ende sein. Ist sie aber nicht, denn es kommt noch doller! Die Verurteilung Röchlings führt zu einer erstaunlichen Reaktion aus dem Saarland: 111 Pensionäre der Völklinger Hütte bieten sich an, die Strafe nacheinander für »ihren« Papa Röchling zu verbüßen (was juristisch gesehen natürlich völliger Unfug ist). Auch die saarländische Regierung setzt sich für eine Freilassung ein. Als schließlich sogar Monsieur Gilbert Grandval (Frankreichs Statthalter im Saarland) zustimmt, kommt Röchling nach nur 5 Jahren Haft frei – allerdings mit der Auflage, das Saarland nie wieder zu betreten. Röchling zieht zu seiner Familie, die das Saarland direkt nach dem Krieg verlassen hatte, nach Mannheim, wo er 1955 im Alter von 82 Jahren entschlummert.</p>
<h3>Die Hermann-Röchling-Höhe</h3>
<div class="bildrechts" style="width:200px"><img id="image116" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/hermann-roechling-hoehe-pict1846.jpg" alt="Hermann-Röchling-Höhe" /><br />
Kaum zu glauben, aber wahr: Nach Hermann Röchling wurde gleich eine ganze Ortschaft benannt.</div>
<p>Und immer noch ist die Geschichte nicht zu Ende: Ende 1955 wählen die Saarländer eine prodeutsche Koalition in die Regierung, die im Saarland eine deutschnationale Rolle rückwärts startet. Eine ihrer ersten Amtshandlungen ist es, die Völklinger Hütte der Familie Röchling zurückzugeben. Kurz danach benennt der Völklinger Stadtrat die Siedlung »Bouser Höhe« in »Hermann-Röchling-Höhe« um – eine in westlich-demokratischen Staaten ungewöhnliche Ehre.</p>
<p>1994 wird Röchlings inzwischen stillgelegte Hütte von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Noch heute steht das Denkmal des Völklinger Ehrenbürgers Röchling auf der Hermann-Röchling-Höhe – Ehre, wem Ehre nicht gebührt &#8230;</p>
<ul>
<li><a href="http://www.voelklinger-huette.org">Weltkulturerbe Völklinger Hütte</a> </li>
<li><a href="http://www.roechling.de">Röchlings Erben produzieren inzwischen Kunststoff </a></li>
<li><a href="http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_1252087.html">Bleibt ein Kriegsverbrecher der Namenspatron? (Rundfunk Berlin-Brandenburg)</a> </li>
</ul>
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		<title>19. Wie die Saarländer zu den Pfälzern der Lothringer wurden</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 09:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1935-1945]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Bürckel]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitraum]]></category>

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		<description><![CDATA[
Hitler-Begeisterung der Lothringer Jugend: davon kann Gauleiter Bürckel nur träumen
Nach dem Sieg über Frankreich im Sommer 1940 wird der deutschsprachige Teil Lothringens  an den Gau »Saarpfalz« und damit an Deutschland angeschlossen – wieder ein grandioser Machtzugewinn für Gauleiter Bürckel, der ganz klein als Chef der bäuerlich geprägten Pfalz begann und nun, mit dem Saarland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts" style="width:175px"><img id="image111" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Lothringens-jugend.jpg" alt="Lothringens Jugend bekennt sich zu Adolf Hitler" /><br />
Hitler-Begeisterung der Lothringer Jugend: davon kann Gauleiter Bürckel nur träumen</div>
<p><strong>Nach dem Sieg über Frankreich im Sommer 1940 wird der deutschsprachige Teil Lothringens  an den Gau »Saarpfalz« und damit an Deutschland angeschlossen – wieder ein grandioser Machtzugewinn für Gauleiter Bürckel, der ganz klein als Chef der bäuerlich geprägten Pfalz begann und nun, mit dem Saarland und Lothringen, über eines der wichtigsten Industriegebiete Mitteleuropas herrscht. </strong> <span id="more-110"></span></p>
<p>Ähnlich wie vorher im Saarland werden auch in Lothringen die Verwaltungsstellen und Bürgermeisterposten mit Pfälzern – nun aber zum Teil auch mit Saarländern –  besetzt (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/93/15-wie-adolf-hitler-fur-die-erfindung-des-pfalzerwitzes-sorgte/">Folge 15 »Wie Adolf Hitler für die Erfindung des Pfälzerwitzes sorgte.«</a>). Und klar, dass auch hier die französischen Ortsnamen verschwinden und durch zum Teil freie Erfindungen der Nazis ersetzt werden. Die »Germanisierung« Lothringens macht sogar vor  einem Verkaufsverbot von Baskenmützen nicht halt. Offizielle Hauptstadt des,  neuerdings »Westmark« genannten, Saar-Pfalz-Lothringen-Gaus wird Saarbrücken. Tatsächlich lenkt Bürckel die Geschicke der Region aber weiterhin von seinem Heimatort, dem pfälzischen Neustadt, aus.</p>
<p>Die meisten Lothringer verweigern demonstrativ die Zusammenarbeit mit den Nazis. Menschen, die vorher nur deutsch gesprochen haben, fangen an Französisch zu parlieren oder sitzen neuerdings über Sprachlehrbüchern. Bei einer Prozession zu Mariä Himmelfahrt  legen die Metzer Bürger Blumengebinde in den Farben Frankreichs nieder. Tausende Lothringer verlassen ihre Heimat und suchen in Frankreich ein neues Unterkommen. Und wer noch nicht freiwillig gegangen ist, der wird gegangen: Nicht weniger als 84.000 Lothringer, die entweder französische Muttersprachler sind oder sonst den Nazis nicht in den Kram passen, werden zwangsumgesiedelt. Das Eigentum der Geflüchteten und Deportierten wird beschlagnahmt und deutschen Siedlern zur Verfügung gestellt. Dass das Verhältnis der alteingesessenen Lothringer zu den Neuankömmlingen eher unterkühlt bleibt, ist wenig verwunderlich.</p>
<p>Immer wieder kommt es zu Reibereien zwischen Lothringer und saarländischen Bergleuten, die nach wie vor zusammen in den Gruben arbeiten. Noch zwei Jahre zuvor unterstützten die Lothringer ihre saarländischen Kollegen bei der Grenzgängerrevolte (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/97/16-die-saarlander-revoltieren-aber-nur-ein-bisschen/">Folge 16 » Die Saarländer revoltieren. Aber nur ein bisschen &#8230;«</a>). Doch nun sind sie auf ihre saarländischen Nachbarn nicht mehr gut zu sprechen. Die Saar-Bergleute werden beschimpft, teilweise kommt es zu Prügeleien. Das seit Jahrhunderten bestehende nachbarschaftliche Verhältnis ist vergiftet. Die Saarländer werden praktisch zu den Pfälzern der Lothringer &#8230;<br />
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		<title>18. Saarländer raus!</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Feb 2007 22:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1935-1945]]></category>
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Hitler lässt das Saarland mit lustigen Beton-Höckern dekorieren &#8230;
Die Saarländer stehen Hitlers Plänen im Weg und müssen raus aus dem Saarland &#8230;
Was die Saarländer alles in den ersten 4 Jahren nach dem Anschluss an Deutschland zu ertragen hatten, war noch harmlos im Vergleich zu dem was nun kommen soll: Hitler hat nämlich das Saarland als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts" style="width:200px"><img id="image107" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Westwall.jpg" alt="Westwall" /><br />
Hitler lässt das Saarland mit lustigen Beton-Höckern dekorieren &#8230;</div>
<p><strong>Die Saarländer stehen Hitlers Plänen im Weg und müssen raus aus dem Saarland &#8230;</strong><span id="more-109"></span></p>
<p>Was die Saarländer alles in den ersten 4 Jahren nach dem Anschluss an Deutschland zu ertragen hatten, war noch harmlos im Vergleich zu dem was nun kommen soll: Hitler hat nämlich das Saarland als Kampfgebiet für seinen Krieg gegen Frankreich vorgesehen. Zu diesem Zweck wird unter der Bezeichnung »Westwall« das ganze Land mit 4.100 Bunkern, 340 Minenfeldern, 100 km Panzergräben und 60 Kilometer Höckerlinien verunstaltet – von der Festungsbaukunst eines Vauban ist nichts mehr übrig geblieben (vgl. Folge 3 <a href="http://www.sarrelibre.de/34/folge-3-der-sonnenkonig-an-der-saar/">»Der Sonnenkönig an der Saar«</a>). Bauern werden enteignet, Flüsse gestaut oder umgeleitet, Abhänge versteilt. Der <em>Führer</em> schaut persönlich an der Saar vorbei, um die Bauarbeiten zu überwachen. Die monströsen Beton-Gebilde sind zum Teil noch heute zu bewundern.</p>
<h3>Die rote Zone</h3>
<p>Der nächste Schritt ist 1939 die Räumung des Grenzgebiets, der »Roten Zone«. Flächenmäßig ist die Zone zwar nur ein 10 km breiter Streifen, dennoch sind die meisten Saarländer von der Evakuierung betroffen. Das Grenzgebiet ist schließlich mit den Städten Saarbrücken, Dillingen, Völklingen und Saarlouis/»Saarlautern« der am dichtesten besiedelte Teil des Landes. Doch nicht die Sorge um das Wohl und die Gesundheit seiner neuen saarländischen Volksgenossen treibt den <em>Führer</em> um, sondern eher die Angst, so mancher Saarländer könnte Schwierigkeiten haben, in seinem lothringischen Nachbarn,  Kollegen oder Schwager den »Erzfeind« zu sehen.</p>
<h3>Chaotische Szenen</h3>
<p>Am 7. September 1939, dem Tag der Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs, müssen 300.000 Saarländer ihre Heimat verlassen. In den Städten und Dörfern spielen sich teilweise chaotische Szenen ab: Noch ehe die Männer von der Arbeit heimgekehrt sind, werden die saarländischen Frauen und Kinder schon abtransportiert. Ihr Hab und Gut müssen die Menschen unbeaufsichtigt zurücklassen – ebenso ihre Haustiere. Während dessen schieben sich die diversen Abteilungen der Nazi-Verwaltung die Schuld für die dilettantische Evakuierungsaktion gegenseitig in die Schuhe.</p>
<h3>Saarländer unter Kulturschock</h3>
<p>In Sonderzügen werden die Saarländer ins Innere des Reichs, nach Thüringen, Hessen und Franken, verfrachtet und den dortigen Einwohnern als eher ungebetene Gäste zugeteilt. Die missgestimmten Saarländer stoßen also auf übelgelaunte Gastgeber, die wenig Lust haben die »Saarfranzosen«, »Stockfranzosen« oder das »Zigeunervolk« bei sich zu beherbergen. Teilweise kommt es für die <em>savoir-vivre-</em>gewohnten Saarländer gar zum Kulturschock. So wird etwa aus dem Bezirksamt Ebermannstadt berichtet:</p>
<blockquote><p>»Ein Fehlgriff war es, die evakuierten Volksgenossen aus dem höher kultivierten Saarland in den ärmlichen Dörfern des Fränkischen Jura zu bergen &#8230; Die Bergungsmaßnahmen haben in all diesen Dörfern Unzufriedenheit und Missstimmung ausgelöst, und zwar bei den Saarländern deswegen, weil sie mit der primitiven Unterkunft und der rauen Kost nicht einverstanden sind.«</p></blockquote>
<p>Erst nach 1 Jahr in der Fremde dürfen die Evakuierten wieder in ihre Heimat zurück. Die meisten Saarländer haben Glück und ihre Häuser sind unbeschädigt, ihr Hab und Gut nicht geplündert und ihre Haustiere nicht elendig verendet. Viele Heimkehrer – vor allem aus dem Bliesgau –  stehen jedoch vor den Trümmern ihrer zerstörten Häuser.</p>
<p>Nur wenige ahnen, dass dies nur ein kleiner Vorgeschmack war auf die große Katastrophe, die  noch kommen sollte. Und diejenigen die es ahnen, haben das Land schon lange verlassen &#8230; (vgl. Folge 14 <a href="http://www.sarrelibre.de/90/14-saarlander-auf-der-flucht/">»Saarländer auf der Flucht«</a>)<br />
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		<title>17. Wie die Nazis das Saarland umbauten</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Oct 2006 12:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[13. Januar]]></category>
		<category><![CDATA[1935-1945]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Bürckel]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
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		<description><![CDATA[Den Nazis kommt an der Saar manches französisch vor &#8230; 
Neue Straßennamen sind natürlich obligatorisch, vor allem wenn sie nach Franzosen, bekennenden Demokraten oder ähnlich unbeliebten Personen benannt waren. Über die »Straße des 13. Januar« haben wir ja schon gesprochen (vgl. Folge 12 &#8220;Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren&#8221;) und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den Nazis kommt an der Saar manches französisch vor &#8230;</strong><span id="more-100"></span> </p>
<p>Neue Straßennamen sind natürlich obligatorisch, vor allem wenn sie nach Franzosen, bekennenden Demokraten oder ähnlich unbeliebten Personen benannt waren. Über die »Straße des 13. Januar« haben wir ja schon gesprochen (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/78/12-der-13-januar-der-tag-als-die-saarlander-ziemlich-dumm-waren/">Folge 12 &#8220;Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren&#8221;</a>) und Saarbrückens »Rue«, die Bahnhofstraße, wird zur Adolf-Hitler-Straße. Doch dabei lassen es die neuen Machthaber nicht bewenden: Im Saarland werden auch allzu undeutsch klingende Ortschaften umbenannt.</p>
<h3>Erfinderische Nazis</h3>
<p>Aus »Beaumarais« wird daher ein behelfsmäßig übersetztes »Schönbruch«,  aus dem bereits mehrfach umbenannten »Bourg-Dauphin« wieder »Neuforweiler« und als dickster Brocken wird »Saarlouis« in das frei erfundene »Saarlautern« umbenannt. Außerdem werden die französisch-bourbonischen Lilien im Saarlouiser Stadtwappen durch ein Hakenkreuz ersetzt.</p>
<h3>Eine germanische Mustersiedlung</h3>
<p>Doch das ist noch nicht alles. Auch die saarländischen Dörfer passen nicht so recht ins deutsche Bild. Also werden vollkommen intakte Häuser abgerissen und durch Gebäude in »germanischer« Bauweise ersetzt. Mit dem »Dorf im Warndt« wird gar eine komplette deutsche Mustersiedlung aus dem Boden gestampft. </p>
<p>Dass das »Dorf im Warndt« ein Dorf im Warndt ist, ist dabei kein Zufall: der Warndt ist jener Zipfel im Südwesten des Landes, der an drei Seiten von Frankreich umschlossen ist (also die Vorderhufe des saarländischen Schweinchens) und dessen Bewohner schon öfter ihren Willen, zu Frankreich zu gehören, bekundet haben.</p>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image101" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Forum.jpg" alt="Das Forum" /><br />
Und hier sehen Sie das Forum (geplant) &#8230;<br />
(Fühlt sich da jemand an <a href="http://www.amazon.de/Asterix-Geb-Bd-17-Die-Trabantenstadt/dp/3770400178/sr=1-2/qid=1160910927/ref=sr_1_2/303-5018893-9605003?ie=UTF8&#038;s=books/zippozimmermann">&#8220;Die Trabentenstadt&#8221;</a> erinnert?)</div>
<p>Für Saarbrücken, das »Bollwerk an der Grenze«, hat Gauleiter Bürckel Großes vorgesehen: Der neue »Befreiungsplatz« an der Mainzerstraße (dort wo heute die saarländische Lyoner-Industrie ihren Sitz hat) ist eine verkleinerte Variante des Reichsparteitagsgeländes von Nürnberg und erlaubt nicht weniger als 220.000 Menschen Nazi-Aufmärschen u. dgl. beizuwohnen. </p>
<p>Außerdem soll ein mächtiger Forumsplatz neben dem neuen Theater entstehen. Der Bahnhof soll durch einen Klotz mit riesigem Glockenturm ersetzt werden. Die Pläne für Forum und Bahnhof werden allerdings nicht umgesetzt, denn ab 1939 wird die Stadt nicht mehr zur Ruhe kommen &#8230;<br />
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</ul>
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		<title>16. Die Saarländer revoltieren. Aber nur ein bisschen &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Oct 2006 14:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1935-1945]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Röchling]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Bürckel]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
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Das süße kleine Saarland wird von der lieben deutschen Mami in den Arm genommen – Schön wär&#8217;s!
Die Saarländer haben was zu meckern. Hitler ist unerwünscht (zumindest in der Schule). Die Grenzgänger revoltieren. Und die Nazis bringen den Closen um (und noch ein paar mehr) &#8230; 
Das Saarland wird in einer Blitzaktion ans Reich angeschlossen. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts" style="width:200px"><img id="image96" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/die-saar-kehrt-heim.jpg" alt="Die Saar kehrt heim" /><br />
Das süße kleine Saarland wird von der lieben deutschen Mami in den Arm genommen – Schön wär&#8217;s!</div>
<p><strong>Die Saarländer haben was zu meckern. Hitler ist unerwünscht (zumindest in der Schule). Die Grenzgänger revoltieren. Und die Nazis bringen den Closen um (und noch ein paar mehr) &#8230;</strong> <span id="more-97"></span></p>
<p>Das Saarland wird in einer Blitzaktion ans Reich angeschlossen. Doch nach den Jubelfeiern kommt der große Kater.</p>
<p>Die Franzosen machen beleidigt die Grenze dicht, und die saarländischen Gruben und Hütten sind von einem auf den anderen Tag von ihren Absatzmärkten und Zulieferern abgeschnitten. Die Arbeitslosenzahlen explodieren, die Preise steigen, die Löhne sinken, und die Saarländer sind sauer.  Mancher  Grubenwagen, der aus der Tiefe emporsteigt ist mit Protestparolen verziert: </p>
<blockquote><p>»Deutsch die Saar, immerdar, wär sie doch wieder was sie früher war«</p></blockquote>
<p>(Nebenbei: eine typisch saarländische Form des Protests)</p>
<p>Hinzu kommt, dass im Laufe des Jahres fast alle Juden das Saarland Richtung Frankreich verlassen. Aufgrund der Verträge Deutschlands mit dem Völkerbund (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/90/14-saarlander-auf-der-flucht/">Folge 14</a>) dürfen sie (im Gegensatz zu ihren Leidensgenossen im Reich) ihr Kapital mitnehmen, was der gebeutelten Wirtschaft des Saarlandes einen weiteren Schlag versetzt.  Neuer Lieblingsspruch der Saarländer: </p>
<blockquote><p>»Früher ging’s mir gut, heut geht’s mir besser.<br />
Ich wollt es ging mir wieder gut.«</p></blockquote>
<h3>Don Camillo und Peppone</h3>
<p>Der Versuch, den Einfluss der katholischen Kirche in Schule und Vereinen zurückzudrängen, führt  bei den frommen Saarländern zu Unmut. In vielen Dörfern stehen sich Pfarrer und Ortsgruppenleiter als saarländische Variante von »Don Camillo und Peppone« gegenüber.</p>
<h3>Jesus oder Hitler?</h3>
<p>Im Bergarbeiterdorf Frankenholz eskaliert die Situation: Der bisherige, katholische Schulleiter wird durch den ortsfremden NSDAP-Ortsgruppenleiter Klein ersetzt. Erste Amtshandlung des neuen Mannes: Das Christuskreuz wird durch ein Bild des »Führers« ausgetauscht. Während die Lehrer (bis auf eine Lehrerin) brav mitmachen, sind die Eltern entsetzt ob der gotteslästerlichen Freveltat und wenden sich an Pfarrer Layes. Dieser geißelt in seiner nächsten Sonntagspredigt das schändliche Tun des neuen Schulleiters. Die Eltern schicken daraufhin ihre Kinder nicht mehr zur Schule und fordern in einer Elternversammlung lautstark die Wiederkehr Jesu (an die Klassenzimmerwand). </p>
<p>Klein wendet sich an seine Vorgesetzten und hetzt den Frankenholzern die geheime Staatspolizei (Gestapo) auf den Hals. Auf der Suche nach »Rädelsführern« durchforsten Gestapo-Beamte das Dorf. In stundenlangen Verhören werden 60 Dorfbewohner vernommen. Die streikenden Eltern werden mit 2000 Mark Strafe belegt, die widerspenstige Lehrerin versetzt. </p>
<p>In einer spontanen Protestaktion legen nun die Bergleute der Frankenholzer Grube ihre Arbeit nieder. Doch jetzt schlägt der Nazistaat (für die Saarländer) unerwartet hart zu: 5 Eltern werden verhaftet, 17 Bergleute fristlos entlassen. Der Widerstand ist gebrochen. Die Frankenholzer versichern in einer Erklärung, dass sie treu zum Nationalsozialismus stehen und nur durch ihre religiösen Gefühle etwas verwirrt gewesen seien. Das Hitlerbild bleibt hängen. In anderen Schulen wagen sich die Nazis jedoch nicht mehr, den Jesus an der Wand anzutasten.</p>
<h3>Die Grenzgängerrevolte</h3>
<p>Der absurd unrealistische Umtauschkurs von Franc zu Mark erbost die über 6000  »Grenzgänger«, also diejenigen Saarländer, die in einer französischen Grube arbeiten. Trotz Verbot tauschen die Bergleute ihren Lohn nicht in Deutschland sondern in Frankreich.  Die Grenzposten, die den Auftrag haben, niemanden mit deutscher Währung durchzulassen, werden einfach zu tausenden überrannt. Die Staatsmacht reagiert mit 800 Haftbefehlen, die jedoch gar nicht in die Tat umgesetzt werden können, da überhaupt kein Platz in den Gefängnissen ist. Gleichzeitig wird den Arbeitern eine 30prozentige Ausgleichszahlung versprochen. </p>
<p>Doch damit geben sich die Bergleute nicht zufrieden. Die Kunde vom Protest der Grenzgänger verbreitet sich im ganzen Land. Demonstrationszüge gehen durch die Dörfer, Pfarrer halten Bittgottesdienste ab. Gauleiter Bürckel erhöht die Ausgleichszahlungen auf 50%, nach weiteren Protesten auf 60%. </p>
<p>Doch immer noch kehrt keine Ruhe ein: Nun fordern auch die Pensionäre, die ebenfalls in Franc ausbezahlt werden, Ausgleichszahlungen. Währendessen lassen sich die Bergarbeiter ihren Lohn in Weißbrot einbacken, um die Kontrolleure zu täuschen. </p>
<h3>»Die Nazis hann de Closen umgebrung!«</h3>
<p>Da nicht tausende von Bergarbeitern verhaftet werden können, pickt sich die Gestapo angebliche »Rädelsführer« unter den Bergleuten heraus. Einer davon ist der Lauterbacher Bergmann Andreas Closen. Der stämmige Closen ist dafür bekannt, dass er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält und gerne mal auf den Tisch haut, wenn ihm was nicht passt. Nach 4 Monaten Haft wird Andreas Closen seiner Familie im plombierten Sarg zurückgeschickt: »Todesursache: Lungenembolie«. </p>
<p>Die Familie öffnet trotz strikten Verbotes den Sarg und findet den misshandelten und abgemagerten Körper Closens vor. Wie ein Lauffeuer geht es durch den Ort: »Die Nazis hann de Closen umgebrung!« Die Dorfbewohner und die Bergleute aus nah und fern machen die Beerdigung zur Demonstration gegen die Brutalität des Regimes. Doch die Münder sind verschlossen, der Protest bleibt stumm. Der Terror hat Wirkung gezeigt.</p>
<p>Für die Nazis ist das Saarland also ein einziger Unruheherd. Die Saarländer sind wohl der Ansicht, dass Hitler ihnen, nach ihrem braven Abstimmungsverhalten, etwas mehr schuldet als ein popeliges Theater (das zudem noch die Stadt Saarbrücken zur Hälfte finanzieren musste) (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/93/15-wie-adolf-hitler-fur-die-erfindung-des-pfalzerwitzes-sorgte/">Folge 15</a>). Außerdem haben sie noch keine Bekanntschaft gemacht mit den Terrormethoden der Nazis und treten daher mutiger auf als die bereits eingeschüchterten Menschen im Reich.</p>
<div class="bildrechts" style="width:290px"><img id="image99" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Weinhold.gif" alt="Weinhold" /><br />
Die Weinholds sind nur eine von vielen saarländischen Firmen, die sich billig jüdisches Vermögen abgreifen.</div>
<p>Natürlich gibt es auch jede Menge Saarländer, die vom Anschluss ans Reich profitieren. Vor allem die Fürsprecher des Anschlusses werden mit Karrieren und Posten im neuen Regime belohnt. Der Völklinger Stahlbaron Hermann Röchling (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/70/11-heim-ins-reich-%e2%80%93-nur-nicht-gleich/">Folge 11</a>) macht gar Karriere als Hitlers persönlicher Wirtschaftsberater. Viele saarländische Geschäfts- und Privatleute profitieren von den unter Wert abgestoßenen Immobilien der Flüchtlinge.</p>
<h3>Ein allgemeiner Aufstand?</h3>
<p>Vom benachbarten Frankreich aus beobachten die saarländischen Flüchtlinge erfreut die Proteste der Saarländer. Doch die Hoffnung, die Unzufriedenheit würde in einen allgemeinen Aufstand münden, trügt. Den Daheimgebliebenen geht es nicht darum das Regime wegzuputzen, sondern sie möchten einfach ihre vertraute Lebensweise und ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten: Kruzifix an der Wand, Geld im Sack <em>unn Haupdsach gudd gess.</em> </p>
<p>Ab 1939 scheinen die Nazis die Lage endlich im Griff zu haben: Kleinere Zugeständnisse, kombiniert mit Terror und Einschüchterung, zeigen ihre Wirkung: Die Saarländer halten von nun an lieber die Klappe. Die wenigen mutigen Menschen, die noch den Mund aufmachen, wie der Saarbrücker Sozialdemokrat Christian Heist, der Sulzbacher Bergmann Matthias Warken, der Dudweiler Bauarbeiter Ludwig Geibig und viele mehr werden ins Konzentrationslager gesteckt oder, wie der Saarbrücker Student Willi Graf, der Malstatter Mechaniker Alois Bach, der Neunkircher Wirt Wilhelm Jung, der Elversberger Heinrich Konrath, der Sulzbacher Rudolf Malter oder der Dillinger Jakob Burger, ermordet.<br />
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		<title>15. Wie Adolf Hitler für die Erfindung des Pfälzerwitzes sorgte.</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Aug 2006 21:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hitler bringt den Saarländern ein Geschenk mit und lässt die Pfälzer ins Land. Die Saarländer reagieren auf ihre eigene Weise &#8230;
Für die Dagebliebenen geht alles auf einmal ganz schnell: Bereits am 1. März 1935, wenige Wochen nach Verkündung des Abstimmungsergebnisses (vgl. Folge 12), wird  das Saarland dem Deutschen Reich angeschlossen. Adolf Hitler und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hitler bringt den Saarländern ein Geschenk mit und lässt die Pfälzer ins Land. Die Saarländer reagieren auf ihre eigene Weise &#8230;</strong><span id="more-93"></span></p>
<p>Für die Dagebliebenen geht alles auf einmal ganz schnell: Bereits am 1. März 1935, wenige Wochen nach Verkündung des Abstimmungsergebnisses (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/78/12-der-13-januar-der-tag-als-die-saarlander-ziemlich-dumm-waren/">Folge 12</a>), wird  das Saarland dem Deutschen Reich angeschlossen. Adolf Hitler und die gesamte Nazi-Führungsriege kommen nach Saarbrücken und lassen sich feiern. </p>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image92" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/theater-saar-mini.jpg" alt="Saarbrücker Theater" /><br />
Hitlers Theater beherrscht noch heute das Stadtbild von Saarbrücken. Der 30er-Jahre-Stil ist zwar unverkennbar, erfreulicherweise verzichtete man jedoch auf Elemente faschistischer Monumental-Architektur</div>
<h3>Ein Geschenk des Führers</h3>
<p>Der Führer hat auch ein kleines Geschenk mitgebracht: Er lässt in Saarbrücken, als »Bollwerk der deutschen Kultur in der Westmark«, ein Theater errichten, das »Gautheater Saar-Pfalz«.  Und dieser Name deutet auch schon den nächsten Ärger an: Das Saarland bleibt zwar als Verwaltungseinheit erhalten, wird aber dem Gau Pfalz angeschlossen, und die Saarländer, für die der Anschluss an Deutschland immer gleichgesetzt war mit dem Ende von Fremdherrschaft, sehen sich ein weiteres Mal enttäuscht. </p>
<div class="bildbeschreibung"><img id="image98" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/sb_front-JPG.jpg" alt="Gautheater Saar-Pfalz 1938" /><br />
»Bollwerk der deutschen Kultur in der Westmark«: Das Gau-Theater Saar-Pfalz 1938</div>
<h3>Saarländer vs. Pfälzer</h3>
<p>Die Franzosen räumen ihre Posten in der Verwaltung des Landes und der Gruben und werden eben nicht von Saarländern ersetzt, sondern von – – Pfälzern. Im Saarland gibt es nämlich noch gar keine nationalsozialistische Infrastruktur (schließlich spielte die Nazi-Partei nie eine große Rolle an der Saar) und vielleicht trauen die Nazis den »Saarfranzosen«, trotz des eindeutigen Abstimmungsergebnisses, noch nicht so recht über den Weg. Jedenfalls sehen sich die Saarländer wieder mit neuen Fremdlingen, die ins Land kommen, konfrontiert und reagieren darauf mit einer der bedeutendsten kulturellen Leistungen, die das Land bis heute hervorgebracht hat: der Erfindung des Pfälzerwitzes.</p>
<h3>Witzischkeit kennt keine Grenzen &#8230;</h3>
<p>Ein Witz geht etwa so (behutsam eingedeutscht): </p>
<blockquote><p>»Haschd du schon gehehrt? Die wolle jetzt de Saarbrigger Stadtwald abholze?«<br />
»Ei fürwas das dann?«<br />
»Damit aach jeder Pälzer e Poschde kriet!«</p></blockquote>
<p>Ein anderer geht folgendermaßen (ebenfalls behutsam eingedeutscht): </p>
<blockquote><p>Der Ober: »Darf ich Ihnen einen Pfälzer (Wein) anbieten?«<br />
»Geh fort! Die Pälzer hann ich schon gefress. Dann muss ich se net ach noch trinke!«</p></blockquote>
<p>In jener Zeit wird auch der – freilich für Nicht-Saarländer vollkommen unlustige – Spruch geprägt »Uff die Bääm! Die Pälzer kumme!« (»Auf die Bäume! Die Pfälzer kommen!«)</p>
<p>Der Anschluss an Deutschland bringt schließlich den dritten Schritt zum Land wie wir es heute kennen mit sich: Es heißt nämlich nun ganz offiziell so, wie es schon seit längerem genannt wird und wie wir es hier stets nennen, nämlich »Saarland« (die ersten beiden Schritte waren: 1. Die Festlegung der deutsch-französischen Grenze 1815 [vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/52/folge-7-die-vergesslichen-franzosen/">Folge 7</a>] und 2. Abtrennung von Deutschland 1920  [vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/61/folge-10-ein-land-wird-geboren/">Folge 10</a>]).</p>
<p>Hitlers Theater wird übrigens nach dem Krieg noch eine wichtige Rolle spielen – freilich eine ganz andere als von seinem Erbauer geplant. Doch das soll Thema einer anderen Folge von sarrelibre.de sein  &#8230;<br />
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		<title>14. Saarländer auf der Flucht</title>
		<link>http://www.sarrelibre.de/90/14-saarlander-auf-der-flucht/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Aug 2006 10:53:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[13. Januar]]></category>
		<category><![CDATA[1935]]></category>
		<category><![CDATA[1935-1945]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Max Braun]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kämpfer für ein freies Saarland fliehen vor der Rache der Nazis und erleben dabei einige Abenteuer &#8230;

Was hat das Borstenvieh mit der saarländischen Geschichte zu schaffen? Die Antwort steht weiter unten im Text &#8230;
Als am 13. Januar 1935 fast 90% der Saarländer für einen Anschluss an Nazi-Deutschland votieren (vgl. Folge 12), kommen sogleich Stimmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Kämpfer für ein freies Saarland fliehen vor der Rache der Nazis und erleben dabei einige Abenteuer &#8230;</strong><span id="more-90"></span></p>
<div class="bildrechts" style="width:150px"><img id="image89" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/schwein-photocase818967281742.jpg" alt="Schwein" /><br />
Was hat das Borstenvieh mit der saarländischen Geschichte zu schaffen? Die Antwort steht weiter unten im Text &#8230;</div>
<p>Als am 13. Januar 1935 fast 90% der Saarländer für einen Anschluss an Nazi-Deutschland votieren (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/78/12-der-13-januar-der-tag-als-die-saarlander-ziemlich-dumm-waren/">Folge 12</a>), kommen sogleich Stimmen auf, dass das Ergebnis in dieser Höhe nur gefälscht sein kann.</p>
<p>Doch die Frage, ob gefälscht oder nicht, ist eigentlich unwichtig, da die Wahl ohnehin keinen demokratischen Standards genügte: Das Recht auf freie Meinungsäußerung war nämlich praktisch außer Kraft gesetzt worden (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/70/11-heim-ins-reich-%e2%80%93-nur-nicht-gleich/">Folge 11</a> und <a href="http://www.sarrelibre.de/78/12-der-13-januar-der-tag-als-die-saarlander-ziemlich-dumm-waren/">12</a>). Und diejenigen mutigen Männer (und auch Frauen) wie Max Braun oder Johannes Hoffmann, die sich dieses Recht trotzdem nicht haben nehmen lassen, müssen dafür mit der saarländischen Höchststrafe büßen: Sie müssen ihre Heimat verlassen. </p>
<p>Der für das Desaster mitschuldige Völkerbund hat sich immerhin bereits vorsorglich darum gekümmert, dass bei der Flucht alles mit Recht und Ordnung zugeht: Wohlwissend, dass bei einem Anschluss des Saarlandes an Deutschland der Terror ins Land einkehren würde, schließt er noch vor der Abstimmung einen Vertrag mit Deutschland ab, der jedem Saarländer 1 Jahr lang das Recht auf Ausreise zusichert.</p>
<h3>Flüchtlingslager für Saarländer</h3>
<p>Doch so lange warten die meisten gar nicht: Insgesamt ca. 8000 Saarländer verlassen, zum Teil von einem auf den anderen Tag, das Land – gar nicht mitgezählt die tausende von Flüchtlingen aus dem Reich, die zwischen 1933 und 1935 Zuflucht im Saarland gefunden haben, und nun weiterziehen müssen. Fast alle saarländischen Juden nutzen ihr »Ausreiserecht« im Laufe des Jahres 1935. </p>
<p>Max Braun gründet die »Beratungsstelle für Saarflüchtlinge« und kümmert sich darum, dass im französischen Forbach ein Auffanglager eingerichtet wird, in dem die Flüchtlinge ein erstes Unterkommen finden und mit Papieren ausgestattet werden.  Ein Grüppchen Saarflüchtlinge bleibt in Forbach und versucht von dort aus – einigermaßen erfolglos – den Widerstand gegen das Nazi-Regime im Saarland zu organisieren.<br />
Etliche Saarländer schließen sich der französischen Armee und später der <em>Resistance</em> an, während andere im spanischen Bürgerkrieg gegen das faschistische Regime kämpfen.</p>
<p>Doch nach Kriegsausbruch sind die flüchtigen Saarländer auch in Frankreich nicht mehr sicher. Nun müssen sie damit rechnen, von den Franzosen als feindliche Ausländer angesehen zu werden. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs wird der Boden endgültig zu heiß. Viele Saarländer werden von der deutschen Geheimpolizei (Gestapo) aufgespürt und verhaftet. Max Braun flieht nach England, wo er die Briten im deutschsprachigen Propagandafunk beim Kampf gegen die Nazis unterstützt. Braun stirbt 1947 in London, begraben wird er in Saarbrücken. Selbst nach seinem Tode soll Max Braun die Saarländer noch beschäftigen. Doch davon wird in einer späteren Folge zu erzählen sein &#8230;</p>
<h3>Der Chefredakteur als Schweinezüchter</h3>
<div class="bildrechts" style="width:150px"><img id="image94" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/Johannes-Hoffmann-1941.jpg" alt="Johannes Hoffmann 1941" /><br />
Johannes Hoffmann 1941 (Foto der brasilianischen Einwanderungsbehörde)</div>
<p>Auch Johannes Hoffmann verlässt  noch im Januar 1935 Hals über Kopf das Saarland und lässt sich in Luxemburg nieder. Da er von den gelegentlichen Veröffentlichungen im »Luxemburger Wort« seine achtköpfige Familie nicht ernähren kann, pachtet der gelernte Journalist und ehemalige Chefredakteur einen Hof und widmet sich mehr schlecht als recht der Schweinezucht. Doch 1940 kommen die Nazis auch in Luxemburg an die Macht. Hoffmann flieht nach Paris, wo er für den deutschsprachigen Kanal des Staatsradios arbeitet. Seine Familie bleibt in Luxemburg. </p>
<p>Nach dem Überfall Deutschlands auf Frankreich packt die Franzosen die Furcht vor Spionen. Alle in Frankreich lebenden Deutschen werden festgenommen. Selbst der als Hitler-Gegner bekannte Johannes Hoffmann wird interniert. Hoffmann wird in ein Militärlager in der Bretagne verfrachtet, das schon bald an die deutschen Besatzungstruppen übergeben wird. Er weiß, wenn er hier nicht raus kommt, kann er die nächsten Jahre im Kerker versauern – und das auch nur, wenn er nicht schon vorher erschossen wird. </p>
<h3>Eine filmreife Odyssee</h3>
<div class="bildrechts" style="width:150px"><img id="image88" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/rio-j0403287.jpg" alt="Rio de Janeiro" /><br />
Brasilien – Zufluchtsort für viele Saarländer</div>
<p>Die nun folgende Odyssee ist filmreif: Mit einem Mitgefangenen entkommt Hoffmann aus dem Lager. Zu Fuß schlägt er sich, an den deutschen Patrouillen vorbei, quer durch das ganze Land in den unbesetzten Teil Frankreichs durch. Während die französischen Behörden nun mit den deutschen zusammenarbeiten, helfen ihm die einfachen Leute auf dem Lande bei der Flucht. In Südfrankreich angelangt, taucht er in einem Kloster des Oblaten-Ordens unter. Doch auch im unbesetzten Frankreich arbeitet die französische Polizei mit den Nazis zusammen (wie jeder weiß, der schon einmal »Casablanca« gesehen hat). Er muss also irgendwie raus aus dem Land.</p>
<p>Mit Hilfe von Freunden in Marseille und in der Schweiz verschafft sich Hoffmann eine neue Identität, ein Visum und eine Schiffsfahrkarte nach Brasilien – dem Land, das bereits im 19. Jahrhundert Tausenden von Auswanderern aus dem Saarland, dem Hunsrück und Luxemburg eine neue Heimat bot. Papst Pius XII sorgt für ein Transitvisum, der im Londoner Exil lebende tschechische Präsident Eduard Benes stellt einen neuen Pass aus. Ein gewisser Jan Jacub Hoffmann ist bald darauf auf dem Weg durch Frankreich und Spanien nach Lissabon, um rechtzeitig das Schiff in die Freiheit zu erreichen. Buchstäblich in letzter Minute erreicht er am 28. April 1941 den rettenden Dampfer gen Rio de Janeiro. Eine fast einjährige Odyssee ist zu Ende.</p>
<h3>Neue Ideen für das Saarland</h3>
<p>In Rio findet er Gastfreundschaft sowie einen Job als Butler im Haus des kanadischen Botschafters, den Hoffmann noch aus der Völkerbundszeit im Saarland kennt. Nach der Kapitulation der deutschen Armee 1945 gehört Johannes Hoffmann zu den ersten, die wieder ins Saarland zurückkehren. Doch das Wiedersehen  ist schmerzlich. Sein zweiter Sohn ist an der Front umgekommen, sein Heimatland ein rauchender Trümmerhaufen. Aus diesen Erlebnissen entwickelt Johannes Hoffmann seine ganz eigenen Vorstellungen, wie es mit dem Saarland weiter gehen soll. Welche das sind, erfahren wir in einer späteren Folge &#8230;</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3935731868/028-6935646-4950153?v=glance&#038;n=299956/zippozimmermann"><strong><em>Buchtipp:</em></strong><br />
Eine abenteuerliche Flucht durch Frankreich ins brasilianische Exil<br />
<strong>Johannes Hoffmann: »Am Rande des Hitlerkrieges«, Tagebuchblätter</strong><br />
Mit einer Karte des Fluchtweges und Anmerkungen von Heinrich Küppers</a> </p>
<p><em>Lesen Sie in der nächsten Folge: <a href="http://www.sarrelibre.de/93/15-wie-adolf-hitler-fur-die-erfindung-des-pfalzerwitzes-sorgte/">»Wie Adolf Hitler für die Erfindung des Pfälzerwitzes sorgte.«</a></em><strong>Ähnliche Artikel:</strong>
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		<title>13. Die cleveren Nachbarn der Saarländer (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jul 2006 05:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zippo Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[1941-1942]]></category>
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Auch die Luxemburger
lieben’s eher beschaulich &#8230;
Foto: Laurenz Bobke
»Das ging ja einfach!« denkt sich der Führer, als sich die Saarländer nach Volksabstimmung dem Deutschen Reich anschließen (vgl. Folge 12 »Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren«). Und so gibt er persönlich Gauleiter Simon die Anweisung, auch die Luxemburger sollen sich gefälligst freiwillig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts" ><a class="imagelink" href="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/luxembourg.jpg" title="Luxembourg"><img id="image86" src="http://www.sarrelibre.de/wp-content/uploads/luxembourg.thumbnail.jpg" alt="Luxembourg" /></a><br />
Auch die Luxemburger<br />
lieben’s eher beschaulich &#8230;<br />
<small>Foto: <a href="http://flickr.com/photos/travelphotos/64392864/">Laurenz Bobke</a></small></div>
<p><strong>»Das ging ja einfach!« denkt sich der Führer, als sich die Saarländer nach Volksabstimmung dem Deutschen Reich anschließen (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/78/12-der-13-januar-der-tag-als-die-saarlander-ziemlich-dumm-waren/">Folge 12 »Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren«</a>). Und so gibt er persönlich Gauleiter Simon die Anweisung, auch die Luxemburger sollen sich gefälligst freiwillig Deutschland anschließen &#8230; </strong><span id="more-85"></span></p>
<h3>Einen Tick cleverer &#8230;</h3>
<p>Die Luxemburger, die ein kleines Ländchen nordwestlich des Saarlandes bewohnen, haben mit den Saarländern einiges gemein: Luxemburg liegt an Einwohnerzahl und Fläche in etwa gleichauf mit dem Saarland. Auch hier gibt es eine bedeutende Stahlindustrie. Einst bewohnten Luxemburger und Saarländer zusammen Lotharingien, das »Land dazwischen« (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/22/folge-2-ein-land-dazwischen/">Folge 2 »Ein Land dazwischen«</a>), und beide sprechen die gleiche Sprache, das Moselfränkische (die Saarländer zumindest teilweise). Luxemburg stand ebenso wie das Saarland immer wieder unter dem Einfluss fremder Mächte wie Frankreich oder Preußen, und auch in Luxemburg ließ der Sonnenkönig von seinem Baumeister Vauban eine mächtige Festung errichten (vgl. <a href="http://www.sarrelibre.de/34/folge-3-der-sonnenkonig-an-der-saar/">Folge 3 »Der Sonnenkönig an der Saar«</a>). Doch in einem unterscheiden sich die Luxemburger von den Saarländern: Sie sind einen Tick cleverer. Warum, das sehen wir erstmals im Jahr 1941 &#8230;</p>
<h3>»Heim ins Reich« auch für die Luxemburger</h3>
<p>Was bei den Saarländern so gut geklappt hat, versucht Gauleiter Simon nun auch bei den Luxemburgern: er startet nämlich eine Volksbefragung inkl. der dazugehörigen »Heim ins Reich«-Propaganda. In der so genannten »Personenstandsaufnahme« lässt Simon nach »Staatsangehörigkeit«, »Volkszugehörigkeit« und »Muttersprache« fragen. Um den Luxemburgern die »richtige« Antwort etwas zu erleichtern, gibt Simon allerdings nur zwei Wahlmöglichkeiten vor: Deutsch oder Französisch.</p>
<h3>»Drei mal Luxemburgisch!«</h3>
<p>Doch die Luxemburger Widerstandsbewegung macht Simon einen Strich durch die Rechnung: In Flugblatt-Aktionen und Mund-zu-Mund-Propaganda gibt sie die Parole aus »Drei mal Luxemburgisch!«. Und in der Tat, als man mit der Auszählung der Bögen beginnt, zeichnet sich ab, dass 90% der Luxemburger auf alle drei Fragen mit »Luxemburgisch« geantwortet haben. Das Ergebnis der Befragung verschwindet schnellstmöglich in der Schublade. 1942 wird Luxemburg ohne die Zustimmung seiner Einwohner annektiert. Das Hitler-Regime muss sein wahres Gesicht zeigen und die Luxemburger dürfen als Nazi-Gegner in die Geschichte eingehen. Ihre Städte und Dörfer bleiben vom Bombenterror verschont.</p>
<p><em>Lesen Sie in der nächsten Folge: <a href="http://www.sarrelibre.de/90/14-saarlander-auf-der-flucht/">»Saarländer auf der Flucht«</a></em><strong>Ähnliche Artikel:</strong>
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