12. Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren

Wahlzettel 1935
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Wer die Wahl hat, hat die Qual:
der Abstimmungszettel mit den 3 Möglichkeiten.

Die Augen der Welt sind auf das Saarland gerichtet. Musikalische Argumente werden aufgefahren. Psychoterror und Angst-Fahnen vermiesen die Laune. Und die Saarländer staunen über den der ersten Blauhelm-Einsatz der Geschichte …

1935 steht das Saarland vor der Zerreißprobe:
– Anschluss an Deutschland, welches dummerweise gerade zufällig von einem brutalen Diktator beherrscht wird.
– Oder Weiterbestehen (»Status quo«) der unbeliebten Völkerbundsherrschaft unter französischem Vorsitz (vgl. Folge 11 »Heim ins Reich – Nur nicht gleich!«).

Hier noch einmal die Argumente der »Einheitsfront«, der Befürworter des Status Quo:

  1. Kein innen- und außenpolitischer Propaganda-Erfolg für Hitler durch die Zustimmung der Saarländer.
  2. Keine Ausweitung von Hitlers Unrechtsregimes, das die grundlegendsten Menschen- und Freiheitsrechte mit den Füßen tritt, auf das Saarland.
  3. Keine Legitimation für die weitere Ausdehnung des deutschen Reiches und der damit verbundenen Gefahr eines neuen Weltkrieges.
  4. Das Saarland als freier Brückenkopf, von dem aus der Kampf gegen Hitler organisiert wird (zugegeben: ein wenig illusorisch dieser Wunsch, aber von Max Braun und Co. durchaus ernst gemeint)
  5. Außerdem: Kein Anschluss an ein durch Wirtschaftskrise und Hyperinflation gebeuteltes Deutschland

Die »Deutsche Front« (die Befürworter des Anschlusses) halten mit der folgenden Argumentation dagegen:

  1. Deutsch ist die Saar
  2. Deutsch immerda
  3. Und deutsch ist unseres Flusses Strand
  4. Und ewig deutsch mein Heimatland
  5. Mein Heimatla…ha…hand, mein Heimatland.
Fahnenverkauf
Saarländische Geschäftsleute erkennen die Zeichen der Zeit und verkaufen die derzeit so angesagten Wink-Elemente.
Das Kaufhaus der Gebrüder Sinn hat offensichtlich sogar eine eigene Fahnen-Abteilung.

Die Sinns haben übrigens ihre ganz eigenen Gründe für den Anschluss zu werben: Sie haben nämlich ein fettes Gerichtsverfahren wegen Schmuggelei am Hals, das von den deutschen Gerichten natürlich nicht weiterverfolgt würde; die saarländisch-deutsche Grenze zu ignorieren gilt im Reich logischerweise nicht als Straf-, sondern als Heldentat …

Die Argumentation der »Deutschen Front« hat den entscheidenden Vorteil, dass sie sich zur Melodie des bei den Saarländern äußert populären Liedes »Glück auf, der Steiger kommt« singen lässt, während die Hymne der Gegenseite, Brechts »Haltet die Saar, Genossen!«, eine griffige Hookline missen lässt (vgl. Folge 11 »Heim ins Reich – Nur nicht gleich!«).

Doch noch ein weiteres Problem plagt die »Status-Quoler«: Der Völkerbund kann den Saarländern keine zweite Abstimmung nach dem Sturz Hitlers garantieren. Auch darüber, ob die Saarländer zukünftig selbst ihre Regierung wählen dürfen, hüllt man sich in der Genfer Völkerbunds-Zentrale in Schweigen.

Angst-Fahnen und Psychoterror

Kurz vor der Wahl erreicht der Psychoterror neue Dimensionen: Die Saarbrücker Zeitung fordert alle Saarländer auf, sich durch die Beflaggung ihrer Häuser öffentlich zu Deutschland zu bekennen. Als just an den Häusern von bekannt frankophilen Saarländern die größten Hakenkreuz-Flaggen wehen, kommt das Wort von den »Angst-Fahnen« auf. Gerüchte über »Schwarze Listen«, auf denen die Namen von »Vaterlandsverrätern« notiert sind, machen die Runde. (Die Hakenkreuzflagge ist übrigens zu jener Zeit noch nicht das Gruselsymbol, das sie heute ist, sondern die offizielle Nationalflagge des Deutschen Reiches.)

Die Wahl-Kommission des Völkerbundes reagiert mit rührend hilflosen Aufforderungen zu mehr Fairness:

»Die Propaganda, zu welcher jede Partei berechtigt ist, soll positiv sein, also vor allem die Gründe betonen, die zugunsten des eigenen Standpunktes sprechen, nicht aber darauf hinzielen, die anderen Parteien anzugreifen. Jedenfalls soll es unterlassen werden, die anderen Parteien in verächtlichem Tone zu behandeln und herabzusetzen. Ausdrücke wie ‘Landesverräter, Mordbande, Gesindel’ und dergl. können nicht geduldet werden.«

»Blauhelme« an der Saar

Wir halten die SaarDie Saar-Regierungskommission fürchtet, nicht mehr Herr der Lage zu werden und bittet den Völkerbund um Truppen-Unterstützung – der erste »Blauhelm«-Einsatz der Geschichte!

Unter dem neugierigen Staunen der Saarländer marschieren im Winter 1934 4000 Soldaten aus Schweden, Großbritannien, Italien und den Niederlanden mitsamt Panzerfahrzeugen ins Saarland ein. Doch glücklicherweise kommt es nicht zur Konfrontation. Die »Blauhelme« vermeiden jeden Anschein von Besatzern und die Saarländer sind beeindruckt vom korrekten Verhalten der exotischen Fremdlinge: Gegenseitige Einladungen werden ausgesprochen, man veranstaltet »internationale« Fußballturniere.

Am 6. Januar 1935 finden die beiden letzten Großkundgebungen der beiden gegnerischen Parteien im Stadion Kieselhumes (Einheitsfront) und auf dem Sportplatz Wackenberg (Deutsche Front) statt – mit der Rekordbeteiligung von jeweils über 100.000 Teilnehmern.

Im Brennpunkt der Weltöffentlichkeit

Das einst beschauliche Saarbrücken ist nicht wiederzuerkennen: hunderte von Journalisten Fotografen, Filmteams aus der ganzen Welt tummeln sich in den Straßen, ergänzt durch patrouillierende Soldaten der internationalen Truppe. Vor dem Café Kiefer versammeln sich Scharen von Saar-Amerikanern auf der Suche nach einer Bleibe. Die Augen der Welt sind auf das Saarland gerichtet.

»Erstes Gebot: Maul halten!«

13. Januar - Heim ins ReichAm Wintersonntag des 13. Januar des Jahres 1935 ist es dann so weit: Der Tag der Abstimmung. Die Saarländer karren alles was saarländisch ist und Beine hat (oder auch nicht) durch den Schneematsch zu den Wahllokalen. Tausende von Exil-Saarländern aus den USA reisen zur Abstimmung an.

Vor den Wahllokalen bilden sich lange Schlangen. Anhänger der deutschen Front halten Schilder hoch: »Erstes Gebot: Maul halten!« Tumulte oder Ausschreitungen könnten nämlich zur Ungültigkeit der Wahl führen. Journalisten und Filmteams wuseln um die Menschenschlangen. Immer wieder leuchten grell die Magnesium-Blitzlichter der Fotografen. Soldaten patrouillieren mit schussbereiten Waffen. Es kommt zu keinerlei Ausschreitungen. Die Wahl verläuft ruhig und geordnet.

Hitler hört Radio

Nach der Wahl werden die Urnen aus dem ganzen Land unter militärischer Bewachung in die Saarbrücker Wartburg zur Auszählung gebracht.

Die Verkündigung des Wahlergebnis am Morgen des 15. Januar ist dann wohl das erste politische Ereignis, dessen Ablauf durch die Medien bestimmt wird: Der schwedische Präsident der Wahlkommission darf die Zahlen nämlich erst verkünden, als alle Leitungen für die weltweite Live-Übertragung stehen. Auch Hitler selbst erfährt das Ergebnis erst aus dem Radio: Um Informationslecks auszuschalten wurden alle aus dem Saarland herausführenden Telefonleitungen gekappt.

Und so sieht’s aus:
46.613 Saarländerinnen und Saarländer (8,87%) stimmten für den Beibehalt der Völkerbundsregierung (Status quo), 477.119 (90,73%) stimmten für die Vereinigung mit Deutschland und 2.124 (0,40%) für die Vereinigung mit Frankreich. Wahlbeteiligung: 97,88% (!). Wobei das Ergebnis ein leichtes Südwest-Nordost-Gefälle hat: In den Städten an der französischen Grenze (Saarlouis und Saarbrücken) ist die Zustimmung für den Status Quo etwas höher, in den ländlichen Gebieten nahe der deutschen Grenze liegt dagegen die Zustimmung für den Anschluss bei nahezu 99%.

Wie auch immer: Über 90% der Wahlberechtigten haben für Deutschland gestimmt und bereiten damit Hitler einen grandiosen Prestige-Erfolg und Image-Gewinn. Selbst für die glühendsten Nationalisten ist das Ergebnis eine Sensation. Die Anhänger der »Einheitsfront« sind wie vor den Kopf geschlagen. Max Braun und Johannes Hoffmann sind sich sicher, dass das Ergebnis gefälscht sein muss. Braun verkündet noch am gleichen Tag: »Wir kämpfen weiter!« Ein Journalist im Publikum fragt: »Wieso? Wo? Womit?«

»Ri, ra, ratsch – weg mit Statuts Quatsch!«

Derweil kommen die Menschen in den Straßen zu spontanen Jubelfeiern zusammen. Auf dem Lande »beerdigen« Jugendliche mit »Matz Braun« und »Status Quo« beschriftete Strohpuppen und rufen »Ri, ra, ratsch – weg mit Statuts Quatsch!«. Die Regierungskommission teilt Max Braun und Johannes Hoffmann mit, dass sie für deren Sicherheit nicht mehr garantieren könne.

Strasse des 13. Januar
Vom Schlachthof zur Polizeikaserne:
Straße des 13. Januar
Foto: Mia Unverzagt

Die Regierung Deutschlands ordnet an, dass in den deutschen Städten »Saarlandstraßen« bzw. »Saarstraßen« zu benennen seien (falls Sie in einer wohnen sollten: jetzt wissen Sie warum sie so heißt). Außerdem werden in den saarländischen Städten je eine »Straße des 13. Januar« und ein »Befreiungsplatz« benannt.
Die Saarbrücker »Straße des 13. Januar« heißt noch heute so. Sie führt vom Schlachthof zur Polizeikaserne.

15 Jahre lang war »Deutsch ist die Saar« praktisch das Credo der Saarländer und »Wir sind unterdrückt und fremdbeherrscht« ihre Selbstdefinition. 15 Jahre lang fieberten sie dem Tag der Abstimmung, dem Tag der Erlösung, entgegen, und den wollten sie sich weder von den Nazis noch den Nazi-Gegnern miesmachen lassen. Psychoterror, Gruppendruck und massive Propaganda-Unterstützung aus dem Reich taten ein übriges. Und dem Wort der Bischöfe zu widersprechen fiel den frommen Saarländern ohnehin nicht ein …

Tablett

Tablett der damals in Ensheim ansässigen Gebr. Adt, gefertigt aus gelacktem Pappmaché, mit Hakenkreuz als aufgehende Sonne. Merchandising der frühesten Art …
(Dank an Paul Glass)

Waren also über 90% der Saarländer Nazis? Sicher nicht. Sicher ist allerdings, dass über 90% der Saarländer ziemlich dumm waren. Das schöne kleine Land gerät so in die Fänge des brutalen Diktators Hitler. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf …

Am 13. Januar 1945 fliegen britische Bomber den letzten vernichtenden Angriff auf Saarbrücken, während die wenigen Einwohner, die noch in der geräumten Stadt geblieben sind, den zehnten Jahrestag der Abstimmung feiern. Ob sie einen Zusammenhang erkennen … ?

Lesen Sie in der nächsten Folge: »Die cleveren Nachbarn der Saarländer (Teil 1)«

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40 Gedanken zu „12. Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren

  1. Pingback: Heimatkunde at me, myself, my macintosh

  2. lisa&patrick

    die seite ist gut gestaltet und enthält wichtige informationen über den tag des 13.januar.wir bedauern es sehr,dass das saarland damals nicht eigenständig wurde,dann würde es uns auch so gut gehen wie den luxemburgern und wir müssten nicht unter den folgen der politischen misswirtschaft des heutigen deutschlands leiden.geschweige denn von den nationalsozialistischen auswirkungen durch klein adolf(depp)hitler.

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  3. gabcal

    An den Vorredner : Deutschee, die im Saarland zu Gast sind und sich nicht benehmen, kommen in Abschiebehaft und werden des Landes verwiesen.

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  4. moimeme

    Wer sagt den das man das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen kann. Wir Saarländer sind jetzt Europäer, waren wir immer schon obwohl wir mitten drin gelegen trotzdem irgendwie ´´entre nous´´ sind. Ich bin dafür im Stille Luxenburgs oder Monacos zu verfahren.Oder Andorra(nicht mal EU Mitglied).Ein kleines Land ist sowieso besser zu regieren. Und wir brauchen einen König (wegen der Touris und der Presse) Ich stelle mich freiwillig zur Verfügung. Motto : ´´ Fresse halten Deutschland , wir gehn raus aus dem Reich´´

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  5. moimeme

    Danke , gabcal. Ich ernenne dich mit sofortiger Wirkung zu meinem Vize-König. Aber im Ernst.Bei einer erneuten Abstimmung hätten wir wohl wieder schlechte Karten.Obwohl mit europäischem Recht alles einfach wäre.Z.B die Renter erhielten weiter ihre Renten aus ´´dem Reich´´ schließlich wurde es dort auch erwirtschaftet. Mit einer cleveren Regierung würden wir sie über den Tisch ziehen.

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  6. Henry

    Warum ist noch keiner auf die Idee gekommen, eine Partei zu gründen mit dem Ziel eines Eigenständigen Saarlandes?
    Denn nach Artikel 79 des Grundgesetzes besteht die Möglichkeit der Loslösung des Saarlandes von der Bundesrepublik Deutschland.

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  7. moimeme

    Ich bin dabei. Aber mit vernünftigen Ideen gewinnt man aber leider immer noch keine Wahlen. Du brauchst Geldgeber, die Lobby , einige aalglatte ´´Berufspolitiker´´ …….und was dann kommt kennt man ja.

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  8. Henry

    Ich könnte mir analog zur Bayern Partei eine Saarland Partei gut vorstellen, um endlich Richtung eines saarländischen Staates hinzuarbeiten.
    Laßt mich weiter träumen: Auf unseren Autos prangt dann als Nationalitäts-Kennzeichen nicht mehr das “D” sondern ein “SL”.Und wir werden endlich wieder von unserer Staatsregierung in Saarbrücken regiert und nicht mehr von diesen Verrückten aus Berlin. Ein schöner Gedanke.

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  9. Österreicher

    Zuerst haben die Froschfresser das deutsche Elsass-Lothringen geklaut, danach streckten sie ihre räuberischen Flossen nach dem Saarland (und dem Rheinland) aus. Es gab damals einige Deutsche die ZIEMLICH DUMM WAREN (und heute noch sind wie man an der Geisteshaltung des Artikelschreibers merkt) und mit ihnen paktierten und aus parteipolitischen Gründen die Französisierung ihrer Heimatprovinz in Kauf nahmen.

    Man muß keineswegs ein Bewunderer des NS-Staates sein um die Rückkehr des Saarlandes ins Deutsche Reich zu begrüßen und Kollaborateure des französischen Imperialismus zum Teufel zu wünschen.

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  10. Thierry

    Hallo Österreicher,
    betreffend das Klauen Elsass-Lothringens kann ich nur feststellen, dass die Deutschen da auch kräftig mitgemischt haben – das reichte übrigens bis zur Zwangsgermanisierung französischer Familiennamen. Ob man sich damit Freunde macht, ist zu bezweifeln.
    Auch im Saarland wurden nach dem Anschluss von 1935 französische Namen getilgt (beispielsweise Saarlautern für Saarlouis).

    Es gab in Elsass-Lothringen immer Leute die für die eine oder die andere Seite waren – und das gab es auch hier. Für ein Grenzland ist das vielleicht normal.

    Wer im Saarland lebt oder von hier kommt, stellt halt – so er sich für Geschichte interessiert- fest, dass es auch bei uns eine gewisse Geschichtsglättung gibt. Beispielsweise wurde im vergangenen Jahr »50 Jahre Saarland« gefeiert – ganz so als ob es die Jahre davor nicht gegeben hätte. Auch in den Geschichtsbüchern findet man nichts über die Zeit der Eigenstaatlichkeit. Ob dies reiner Zufall ist, ist zu bezweifeln

    Es lässt sich nicht sicher sagen, ob den Saarländern die Eigenstaatlichkeit besser bekommen wäre. Aber der Vergleich mit Luxemburg ist durchaus legitim.
    Ob eine Loslösung aus dem Bund eine Mehrheit fände ist zumindest heute zu bezweifeln, ob es politisch machbar wäre ebenfalls. Aber Geschichte geht immer weiter und verändert die Welt jeden Tag.

    Jedenfalls gibt es an der Saar einen breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen die immer wieder ins Spiel gebrachte Auflösung des Saarlandes. Und die Tatsache, dass viele KFZs mit dem alten saarländischen Wappen – dem des eigenstaatlichen Saarlandes- in der Gegend herumfahren, scheint mir auch etwas mehr als Folklore oder Nostalgie zu sein. Vielleicht ist es Ausdruck der Sympathie für Frankreich, vielleicht auch des Bewusstseins, dass es da noch etwas jenseits der offiziellen Geschichte gibt.

    Dem Österreicher empfehle ich jedenfalls, ihre »Geisteshaltung« einfach den Saarländern selbst zu überlassen – ganz so wie wir es den Österreichern überlassen, ob sie denn wieder »Heim ins Reich« kehren wollen.

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  11. Harry (Henri/Heinrich)

    Diedrich (auf Frz. Thierry) hat völlig recht. Dazu kommt die Grenzland-Schizophrenie: Ein Helmut Kohl, der bitterlich geweint hat, als sein Port-Louis von den Alliierten befreit wurde, sein Nachfolger Beck, der lt. dieswöchigem SPIEGEL sich mit den Nachbarn seines Dorfes auf “Elsässisch” unterhält (was allerdings “Pfälzisch” ist!), aber selber kein Französisch kann. Ich glaube, der Gauleiter Bürckel war auch so ein Arschloch, obwohl die Idee des Saar-Pfalz-Gaus und des Gaus Moselland im Grunde eine recht gute Idee war. Übrigens wurde mein Vater in Pilsen 1945 aus der US-Gefangenschaft in seine “Schlageterstrasse” entlassen, die eigentlich seit jeher “Pariserstrasse” hiess und heisst und hoffentlich heissen wird…

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  12. chisel

    Was uns Saarländern fehlt ist ein Stück Mittelmeer oder Atlantik.Wir sollten Frankreich annektieren dann ist Ruhe.Damit die Pfälzer sich nicht vernachläßigt fühlen schenken wir ihnen den Elsaß.Ich marschiere mit meinem Panzer (Peugeot)im Juni los- wer das für eine gute Idee hält der sollte mitmarschieren- wir treffen uns unten an der C. d´Azur.

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  13. Löwepit

    Noch ein Nachtrag zum bösen dummen Blogger mit Namen “Österreicher”.

    Als Gauleiter Bürckel den Saar-Anschluss managte hat er nur geübt. Sein Meisterstück lieferte er drei Jahre später hier in Wien – als Reichskommissar für den Anschluss Österreichs. Dieser Anschluss verlief bekanntlich ähnlich triumphal wie jener des Saargebietes 3 Jahre vorher. Auch die “Abstimmung” hier ging mit grosser Mehrheit für “Heimkehr” aus, allerdings mit einem wichtigen Unterschied: sie fand einige Wochen nach dem Anschluss statt, gemanagt von Bürckel.

    Ein Vergleich beider Anschlüsse ist in vieler Hinsicht interressant.

    In Österreich erklärte sich der Führer der Sozialisten Karl Renner “als Sozialdemokrat und somit als Verfechter des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen” mit dem Anschluss einverstanden. Im Saarland kämpfte Max Braun gegen den Anschluss und emigrierte nach der verlorenen Volksabstimmung nach Frankreich, wo er das Office Sarrois – die Organisation saarländischer sozialdemokratischer Emigranten – und die Beratungsstelle für Saarflüchtlinge leitete.

    Und nach den Anschlüssen?

    Renner wurde 1945 erster Präsident der neu entstandenen Republik Österreich. Der Jasager ist hier ein angesehener Gründervater, ein Teil der Wiener Ringstrasse ist nach ihm benannt. Eine im Saarbrücker Stadtzentrum nach dem Neinsager Max Braun benannte Straße wurde nach zweiten Volksabstimmung im Oktober 1955 in Großherzog-Friedrich-Straße umbenannt.

    Warum aber nennt sich der deutschnationale Blogschreiber “Österreicher”?

    Die Erzählungen der von den Nazis Angeschlossenenen handeln von Verführung, von Vergewaltigung, von Enttäuschung und von wiedergewonnener Freiheit. Die meisten Österreicher mögen die Deutschen nicht. Sie erinnern sie an jene Zeit als sie mit den Deutschen ihre Unschuld verloren und die dann so übel endete. Die Luxemburger ihrerseits sind zu Recht stolz, dass sie dem Gauleiter Simon nein gesagt haben, obwohl da schon Krieg war. Die Saarländer aber gaben sich als erste den Deutschen hin und mögen deshalb die Franzosen. Sie träumen davon, sie wären damals mit den “Froschfressern” Essen gegangen und nicht mit den Deutschen Schiessen. Dann hätten sie ihre Unschuld auf humanere Weise verloren als mit den Leuten vom Schlage des “Österreichers”.

    Que vive la sarrelibre.de!

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  14. conner

    Mir scheint der ganze Artikel eine Entgleisung des Autors zu sein. Dass die Saarländer 1935 zurück zu Deutschland wollten hat mit Sicherheit nichts mit »ziemlich Dumm« zu tun.
    Es sollte dem Autor nicht entgangen sein dass 15 Jahre französische Verwaltung eine Ausbeutung des Saar(becken)gebiet war. Der Versailler Vertrag war auch nicht für die Deutschen gemacht sondern für die Franzosen.
    Als »Gruselsymbol« halte ich diese Seite. Es wären mehr Fakten angebracht als die Saarländer als »Dumm« zu bezichtigen.

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  15. Harry (Henri/Heinrich)

    In den 50ern befürchetete man(n), im Algerienkrieg zu landen. Und jetzt, wette ich, kämpfen Saarländer in Afghanistan.
    Man sollte diese Website hier auch auf Französisch führen, damit der Aktionsradius grösser wird. Vielleicht ein Link zu sarrelibre.fr , eine noch einzurichtende Webseite, d.h. ich werde jetzt grad’ mal checken…
    A la prochaine!

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  16. hojo

    lieber österreicher. natürlich waren die saarländer an diesem tag tatsächlich saudumm. denn lieber von den franzosen ausgebeutet werden als von klein adolf aus linz vor moskau verheitzt zu werden. leider haben wir saarländer diesen fehler noch ein zweitesmal begangen.( gut dafür gab`s dann die congresshalle wie ich lernen musste). und demnächst sind wir wahrscheinlich rheinland/pfälzer (bin schon gespannt was es dafür dann gibt. wahrscheinlich ein paartausend arbeitslose bergarbeiter aber wir haben dann höhstwahrschneinlich ein neues ludwigsparkstadion) . wenn das hier so weitergeht wandere ich noch nach stiering wendel aus.(und das ist für jemand aus saarbrigge schlimmer als der tod). gr.hojo

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  17. Pingback: Heute vor 75 Jahren – Saarabstimmung 1935

  18. Harry R. Wilkens

    Habe heute in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2010 in ARTE grosse Teile des Films “Forbach” gesehen. Da ich hier in Genf lebe, waren die Dialoge Französisch, stellenweise mit regional (also lothringisch/saarländisch) gefärbtem Akzent. Nehme an, dass in der deutschen Version nur hochdeutsch gesprochen wurde bzw. Französisch mit Untertiteln.
    Also die saarländisch-lothringische Grenze politisch korrekt und opportun als Sprachgrenze dargestellt. Was wäre passiert, wenn die Siegermächte das Saarland und Rheinland nicht den Nazis ausgeliefert hätten? Noch nicht mal einen Zweiten Weltkrieg hätte es gegeben! Alles wäre anders heute… Ja, da kann man nur träumen…

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  19. Joachim

    Stimmt, träumen darf man. Und es wär was tolles, wenn wir ein unabhängiges Saarland hätten. Und die Grenzen zum Reich würden wir zumachen. Dann müßte die Pälzer außerum fahre. Tja, zwei mal falsch entschied, schaad eigentlich. Aber wie heißts so scheen: aller guten Dinge sind drei.

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  20. Harry R. Wilkens

    In Wirklichkeit ist es andersrum: für die Pfälzer (Teile der bayrischen “Rheinpfalz” bzw. von “Rheinbayern” sind ja dem Saarland erst angeschlossen worden) sind gerade die Saarländer die “Preussen”. Nicht nur dass das Saarland zu Preussen gehörte, die Saarländer hören sich für Pfälzer so an, als ob sie Pfälzer mit preussischem Einschlag wären, denn der allen gemeinsame pfälzische Dialekt hat einen preussischen Einschlag.

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  21. Joachim

    Widerspruch!! Höchster Widerspruch! ;-)

    Der saarländische Dialekt untergliedert sich in folgende Dialekte:

    1. Der rheinfränkische Dialekt
    2. Der moselfränkische Dialekt

    Nix Pälzer Dialekt

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  22. Harry R. Wilkens

    Da der Pfälzer Dialekt rheinfränkisch ist, ändert dies nix an meiner wissenschaftlich belegten Aussage: Die Pfälzer sprechen einen reineren rheinfränkischen Dialekt als die Saarländer, die zu sehr von den Preussen beeinflusst wurden. Zwar sind für die “Rheinbayern” die Saarländer noch keine “Saupreissn”, aber fast. Dazu gehören natürlich nicht die seit 1919 dem Saarland annektierten echten Pfälzer der Bezirke Homburg und St. Ingberg.
    Widerspruch abgelehnt!

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  23. Joachim

    Die Pälzer lernten von uns zuerst den aufrechten Gang un danne ihren “reinen Rheindialekt”. Is aach jetz egal, mir Saarlänner komme vom Reich leider nemmeh los un de Altkanzler Kohl is der schlauste Pälzer aller Zeiten. Ich wünsch allen Gleichgesinnten ein schönes Wochenende und über den anderen soll das Wetter zusammenschlagen :-)

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  24. Harry R. Wilkens

    Der Altkanzler Kohl ist der dummste Pälzer aller Zeiten, denn der hatte zwar (ursprünglich) einen französischen Akzent, konnte jedoch diese Sprache nie sprechen. Es ist eine Beileidigung, immer vom “Pfälzer Kohl” zu sprechen!
    Der Napola-Schüler Helmut weinte bitterlich, als er erfuhr, dass die Amerikaner seine Heimatstadt Ludwigshafen befreit hatten. Das alleine sagt schon genug über seine Gesinnung aus!

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  25. chisel

    Leider waren die Saarländer , welche 1955 abgestimmt haben mindestens genau so dumm. Das Saarstatut hätte uns , wie man heute an Luxemburg sieht, reich gemacht. Man stelle sich vor: Das europäische Parlament in Saarbrücken.
    Was haben wir heute? Hartz 4

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  26. hojo

    hallo chisel, noch ist die Bundesrepublik “das Reich” Deutschland ein mehr oder weniger demokratisches gebilde. zwar sind volksabstimmungen im grundgesetz (haagerlandkriegsordnung)nicht verboten aber sie werden auch nicht ausdrücklich verlangt. Man müsste eine halt saarlandische “massenbewegung” schaffen, und damit druck auf die saarländischen parteien aufbauen, wahrscheinlich ist aber das diese “parteien” darüber nur kräftig lachen werden und dann zu der ihnen angenhemen tagespoltik übergehen werden. ergo “wir” müssen selber eine partei gründen die a. der saarlandischen verfassung entspricht und b. die loslösung von der brd(gmbh) vorantreibt. das wird bei unseren stock konservativen landsleuten zwar schwer aber es ist nicht unmöglich, man muss ihren lokalpatriotismus ansprechen und ihnen klar machen das aus dem osten für uns noch nie etwas gutes gekommen ist ( damit meine ich jetzt nicht die ex ddr sondern das gesamte bundesgebiet östlich von perl) und dieses auch mit zahlen und fakten beldegen. was nicht sonderlich schwer sein dürfte. in diesem sinne : Auf, Kinder des Vaterlands! Der Tag des Ruhms ist da. gegen uns wurde das blutige banner der tyrannei erhoben. mfg hojo p.s. für alle skeptiker verleichen sie mal die arbeitslosenzahlen von 1953 und dann nehmen sie die von heute, alles klar?

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  27. Otto

    Dieser Artikel ist mehr als lächerlich. Hier wird mal wieder gezeigt was 60 Jahre Schuldkomplex ausmacht. Das Saarland wurde 15 Jahre lang ausgebeutet. Es waren ständig französische Soldaten im Land. Unsere Kohlewerke fast augebeutet. Die Menschen hatten hier kein Geld, da die Franzosen die Preise kontrollierten und die Leute ausbeuteten. Was trauen SIE sich zu schreiben, das die Saarländer “doof” waren? Es war eine demokratische Abstimmung, refkletieren sie darüber und basta!
    Die Saarländer waren davor Deutsch, waren mit Hitler Deutsch und werden immer Deutsch sein. Warum? Weil wir alle ein Volk sind. Ziehen Sie doch nach Frankreich. Nicht in die Grenzregion, in der ich über 19 Jahre lebte, sondern tief in die Region. Dieser Artikel ist eine Beleidigung für jeden Saarländer und ein Zeichen das der Autor der Frankfurter Schule entspringt.

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  28. Zippo (der Autor)

    Zwei Anmerkungen zu obigem Kommentar:

    1. Ich bin nicht der Frankfurter Schule zuzurechnen. Eher der Hamburger Schule …

    2. Eine Entscheidung als “dumm” zu bezeichnen, die die völlige Zerstörung unseres schönen Landes und Tod und Leid für seine Bewohner zur Folge hatte, ist noch sehr milde geurteilt. Zwar konnten die Saarländer diese schrecklichen Folgen nicht wissen, aber viele Menschen ahnten das Unheil und versuchten ihre Landsleute zu warnen. Zum Dank wurden sie verspottet, verachtet und letztlich aus dem Land gejagt.

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  29. Harry R. Wilkens

    Ich würde doch garnicht auf solche deutschnationalen Provokationen bzw. Scheisshausparolen eingehen. Es ist halt wieder trendy, sich zur “Deutschen Nation” zu bekennen. Dieselben Leute haben zugelassen, dass in der Grenzregion auf der deutschen Seite Türkisch die erste Fremsprache ist, und nicht mehr Französisch. Vor ein paar Tagen habe ich im dt. Fernsehen einen mehrmals als “Saarländer” bezeichneten Sportler oder irgendso etwas gesehen, der sogar die Deutschlandhymne spielte. Das ist alles krank, alles schon mal dagewesen, aber nicht totzukriegen. Dommage!

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  30. Rene Kammer

    Lieber Herr Zippo (der Autor),
    sie betreiben ja Zensur pur mißliebiger Meinungen, die Ihre Meinung nicht wieder spiegelt. Sind Sie kein Demokrat, der auch gegenteilige Meinungen gelten läßt? Ich finde es schade, daß Andersdenkende in Ihrem Forum ausgegrenzt werden. Nicht schön von Ihnen. Wenn Sie doch von Ihrer Meinung überzeugt sind, brauchen Sie doch keine Angst vor einer anderen Meinung zu haben. Die Menschen sind schließlich verschieden. Schon Rosa Luxemburg hat immer gesagt:”Freiheit ist die Meinung des Andersdenkenden”oder “ich bin nicht Ihrer Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben, daß Sie Ihre Meinung sagen dürfen”.
    Hoffe, daß ich als Linker nicht von Ihnen als Rechtsradikaler verunglimpft werde.

    Antworten
  31. Zippo (der Autor)

    “sie betreiben ja Zensur pur mißliebiger Meinungen, ”

    Keineswegs. Ich entferne nur Beleidigungen. Gegenteilige Meinungen können Sie hier überall weiterhin finden. Gerne Gebrauch davon gemacht wird übrigens im “Herrmann-Röchling”-Artikel, wo Sie in den Kommentaren zahlreiche Lobpreisungen des ehrenwerten Herrn Röchling finden, die ich auch nicht beabsichtige zu löschen.

    Antworten
  32. Rene Kammer

    Lieber Herr Zippo (der Autor),
    es ist wichtig, daß alle Meinungen zu Wort kommen dürfen, auch wenn sie einem persönlich vielleicht “gegen den Strich” gehen. Davon lebt schließlich jede Diskussion und bei großen Persönlichkeiten und großen Veränderungen, gehen meist die Meinungen weit auseinander. Habe auch die gelöschten Kommentare gelesen und fand sie nicht sonderlich beleidigend, auch wenn sie nicht die Masse repräsentieren.
    Vieles verschwindet auch von selbst ohne, daß es jemand verbietet.z.B. die Röchlingbank

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  33. Saarschweizer

    Ich beziehe mich auf den Vorschlag von moimeme bezüglich der Unabhängigkeit als Monarchie. Gibt es eigentlich noch Uèberlebende Mitglieder der Familie Nassau Saarbrücken? Die wären doch diejenigen, die das beste Anrecht auf die Hezogs ( Königs)-krone hätten…… eine reizvolle Idee

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  34. Molschd'er Jung

    Eine interessante Diskussion unter diesem Artikel. Dank dem Verweis auf die Publikationen von Zimmermann auch gar nicht so dumm geführt. Hier sei noch auf Beiträge von Hudemann u.a. hingewiesen.

    Wir schreiben den 26.April 2012. Mittlerweile benutzen die von uns gewählten Politiker das Argument der “Zusammenlegung mit Rehinland-Pfalz” unter dem hervorgehobenen Fakt des Kostendrucks für die Legitimation ihrer Politik – und setzen den Klüngel ungehindert fort. Der von uns finanzierte, und ebenfalls mit der Auflösung im SWR bedrohte Rundfunk berichtet schon mal darüber, dass wir angeblich nichts gegen eine Integration ins Rheinland-Pfälzische einzuwenden hätten. Haben wir nicht? Vielleicht wird es wirklich wieder Zeit uns diese Frage zu stellen – zumal im Angesicht eines immer größer werdenden Einflusses der Brüssler Lobbyisten und einer Volksvertretung in Berlin, die im Zweifelsfall gerne mal den Bundesrat umgeht, oder sogar gleich das Parlament aussen vor lässt, wenn es darum geht unsere Gelder und Zukunft in EU-Projekten zu binden. Stimmt, wir erhalten ja mehr Geld, als wir angeblich rankarren. Aber wofür geht das drauf? Für eine “Sozialreform” die vor allem Arbeitslose auf die andere Seite des Schreibtischs verfrachtet, als dann so genannte “Angestellte des Regionalverbandes”? Sind wir nicht so klamm, weil unser Land noch vorweigend aus kleinen Kommunen und Landrkeisen mit wenig Industrie besteht – und diesen ausser Kosten in den letzten Jahren wenig, vor allem keine Autonomie zugestanden wurde? Haben wir es nicht wesentlich besser als das Ruhrgebiet geschafft uns über Wasser zu halten, als die Werke im Reich auf einmal ihre Kohle und ihr Erz lieber aus Übersee ran karrten, als unsere zu verfeuern? Dafür hatten sie doch erst ’34/35 und Anfang der 1950er so viel Geld investiert, um über unseren Bergbau und die Hütten ihren Wirtschaftsaufschwung zu befeuern.

    Machen wir uns nichts vor. Die internationalen Konzerne brauchen unseren Landstrich erst recht nicht mehr. Was sie brauchen sind zentrale Institutionen denen sie ihre Ideen und Pläne zur Absegnung vorlegen können. Doch haben wir nach 1945/47 nicht als Erste von den Alliierten gelernt, dass zentralistische Konzepte, befeuert von Größenwahn auf nationalistischem Eifer, längst überkommen sind? Sehen wir seitdem nicht westlich der Grenze jeden Tag, wie wenig Zentralismus dazu taugt Krisen zu überstehen? Wo sich doch die französischen Nachbarregionen erst jetzt und langsam vom Ende der Kohle- und Stahl-Ära befreien. Oder beweist uns die Position der BRD seit der Finanzkrisein den ökonomischen Rankings nicht, dass eben föderale Stukturen (siehe Schweiz u.a.) die Freiräume bieten um schnell und flexibel auf plötzliche Veränderungen angemessen reagieren zu können? Jetzt kann man einwenden, die USA, einer jener Alliierten und nach Frankreich für uns wohl der meiste prägende, sei sehr wohl ein föderalistischer Staat – und von der Krise heftiger als sonstwer gebeutelt. Stimmt. Aber vielleicht sind die Verwaltungsgrenzen der Staaten/Regionen dort eben einfach noch zu groß abgegrenzt! Schließlich hat mancher Bundesstaat dort die Größe der wiedervereinigten BRD.

    Es gibt Ergebnisse der Geisteswissenschaften, die diese These stützen; und Wirtschaft organisiert sich längst schon in “Cluster” – lokal verankert, regional vernetzt.Besonders gilt das für die “kreativ-Wirtschaft” die bereits heute die letzte Basis für unseren Vorsprung gegenüber Entwicklungsländern und Industriegiganten (wie Indien, China, Brasilien etc.) darstellt. Also sollten wir uns doch mal wieder den alten Fragen stellen? Vielleicht können wir damit ganz neue Antworten auf die Herausforderung “Informations-Gesellschaft” geben!

    in diesem Sinne,

    Allez, bis e annermol – do oder drausse irgendwo. Mach’n eisch uff!

    Gruß aus Molschd.

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